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Mecklenburg-Vorpommern

09. Dezember 2016 | 08:49 Uhr

Gesundheitswirtschaft MV : Wer bestehen will, muss kooperieren

vom

Die Gesundheitswirtschaft in MV boomt. Inzwischen arbeiten in der vielfältig verzweigten Branche rund 250 000 Menschen. Doch die einzelnen Unternehmen arbeiten noch vielfach allein. Das muss sich nach Ansicht des Experten Horst Klinkmann ändern.

Der frühere Chef der Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern, Horst Klinkmann, hat eine engere Zusammenarbeit unter den vielen kleinen und mittleren Unternehmen der Branche gefordert. Alleine sei ihre Durchschlagskraft zu gering. „Ohne Clusterbildung können sie nicht viel für den Export tun und sich im internationalen Wettbewerb auch nicht durchsetzen“, sagte Klinkmann der Deutschen Presse-Agentur vor einem parlamentarischen Abend zur Gesundheitswirtschaft am Dienstag in Berlin. Gerade in der boomenden Medizintechnik liege ein großes Potenzial, das so erschlossen werden kann. Die Clusterbildung könnte beispielsweise in der Zusammenarbeit bei Forschungsprojekten oder gemeinsamen Auftritten im Ausland bestehen. Das würde die Kosten bei der internationalen Vermarktung deutlich verringern.

Der Biotechnologieverbund des Landes BioCon Valley könne als Manager für diese Clusterbildung auftreten, sagte Klinkmann. „Genau dafür gibt es BioCon Valley. Das würde das Land gar nichts kosten.“ Klinkmann forderte die Landesregierung auf, in der neuen Legislaturperiode mehr weiterführende Initiativen für die Erschließung neuer Möglichkeiten für die Gesundheitswirtschaft zu entwickeln. Klinkmann tritt nach seinem Ausscheiden vom führenden Posten im Kuratorium Gesundheitswirtschaft als Berater und Botschafter der Landesregierung auf.

Der parlamentarische Abend trägt den Titel „Meeresbrise und Medizintechnik - die Gesundheitswirtschaft als Wachstumsmotor in MV“.

Er wird von BioCon Valley und den drei Industrie- und Handelskammern im Land organisiert. Das Zusammentreffen sei auch mit Blick auf die Neubildung der Landesregierung wichtig, sagte Klinkmann. Erstmals in Deutschland sei im Nordosten die Gesundheit in einem Wirtschaftsministerium beheimatet. Die Landesregierung trage damit der Tatsache Rechnung, dass sich die Gesundheitswirtschaft zur stärksten Wirtschaftsbranche in mv entwickelt hat.

Dies zeige auch eine aktuelle Studie des wifor-Instituts in Darmstadt. Danach bringe Mecklenburg-Vorpommen in Relation zu den anderen Bundesländern mit Abstand die größten Leistungen für die Gesundheitswirtschaft auf. Sie sei der größte Wachstums- und Jobmotor im Nordosten. 15 Prozent der Bruttowertschöpfung werde in der Branche generiert. Bei der Beschäftigung betrage der Anteil der Gesundheitswirtschaft inzwischen 19 Prozent und wachse jährlich um ein Prozent. In der Branche arbeiten rund 250 000 Menschen.

 

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erstellt am 07.Nov.2016 | 08:00 Uhr

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