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Mecklenburg-Vorpommern

27. August 2016 | 15:29 Uhr

Demonstrationen in Schwerin : Weniger Interesse an Mvgida

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nur 250 Anhänger bei islamkritischer Kundgebung in Schwerin / Schlägereien am Rande der Demo

Das Wetter war am Abend deutlich besser als vor 14 Tagen. Dennoch kamen zur dritten Kundgebung  des Pegida-Ablegers Mvgida (Mecklenburg-Vorpommern gegen die Islamisierung des Abendlandes) in Schwerin deutlich weniger Anhänger. Etwa 250 islam- und vieles-andere-feindliche Demonstranten zählte die Polizei.  Vor zwei Wochen waren es noch 500 Teilnehmer.

„Zeigt denen da oben, wer das Volk ist. Zeigt ihnen unseren Widerstand“, hatte Mvgida auf ihre Facebook-Seite gepostet.  Wieder war die  Siegessäule gegenüber dem Schloss Treffpunkt. Wieder waren bekannte Neonazis wie Thomas „Steiner“ Wulff unter den Demonstranten. Möglicherweise ist die andauernde deutliche Präsenz der Rechtsextremen bei den Mvgida-Demos ein Grund für die schwindende Mobilisierungskraft gegenüber  anderen Teilen der Bewegung.

Eine konzentrierte Gegendemonstration gab es nicht. Die Mvgida-Gegner hatten mehrere Veranstaltungen organisiert. Die Gesamtzahl der Teilnehmer schätzt die Polizei auf 450. Zur Demo  auf dem Alten Garten in Seh- und Hörweite zur Siegessäule hatte das Aktionsbündnis „Gemeinsam für ein weltoffenes und friedliches Schwerin“ aufgerufen. Einträchtig  standen der Stellvertretende  DGB-Vorsitzende Ingo Schlüter neben Lothar Wilken von der Hauptgeschäftsführung des Unternehmerverbandes. „Gegendemonstration ist Bürgerpflicht“, sagte Wilken.

Auf dem Mark gab es anschließend das Kontrastprogramm. Auf der einen Seite sang die Künstlerin  Maria Sophie Hüpeden – auf der anderen brüllten Mvgida-Anhänger wütend ihre Parolen.

Neu war die Kampagne Nogida, deren 150 Anhänger sich ebenfalls als Gegendemonstranten unter dem  Motto „MV für alle!“ auf dem Hauptbahnhof trafen, um durch die Innenstadt zu ziehen. Nach Polizeiangaben bildeten sich nach dem Passwort „Ananas“ aus dieser Demonstration kleine Gruppen, die versuchten, sich der Mvgida durch Seitenstraßen zu nähern. Der Polizei, die 300 Beamte im Einsatz hatte, gelang es – bis auf kleine Scharmützel – Konfrontationen  zu verhindern. Ein Angriff einiger Autonomer an der Siegessäule konnte durch Polizeikräfte gestoppt werden. Bis 21 Uhr lösten sich die Kundgebungen auf. Für den 23. Februar hat Mvgida die nächste Demo  in Schwerin geplant. Fünf weitere sind laut Stadt bis zum  4. Mai angemeldet.

 

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erstellt am 09.Feb.2015 | 20:45 Uhr

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