zur Navigation springen

Mecklenburg-Vorpommern

10. Dezember 2016 | 00:08 Uhr

Gefahr durch Wildwechsel : Vorsicht, Reh von rechts!

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Fast 50 Mal kracht es täglich zwischen Autofahrern und Wildtieren. Mit der Zeitumstellung steigt die Gefahr

Auf der Suche nach Nahrung wandern sie von Feld zu Feld und überqueren dabei die Straße – das wird ihnen häufig zum Verhängnis: die Polizei hat in diesem Monat landesweit bereits 1387 Unfälle mit Wildtieren registriert. Das sind pro Tag etwa 47 Zusammenstöße.

Die meisten Unfälle würden durch Rehe und Hirsche (540) verursacht, teilt eine Polizeisprecherin in Neubrandenburg für den östlichen Landesteil mit. Danach kommen Karambolagen mit Wildschweinen (84). Bislang mussten auch 27 Füchse, 19 Dachse und sogar zwei Vögel ihr Leben lassen.

Ungewöhnlich häufig kracht es in der Region Ludwigslust-Parchim. Rund 300 Wildunfälle zählten die Beamten alleine in den vergangenen vier Wochen. „Das ist eine ländliche Gegend mit viel Wald und hohen Wildbeständen“, erklärt Klaus Wiechmann von der Polizeiinspektion Ludwigslust das Phänomen. Im Herbst herrscht das größte Risiko eines Wildunfalls, „weil die Tiere sich ständig neue Futterplätze suchen“, sagte er. Schweine und Rehe gingen bevorzugt zwischen vier und acht Uhr morgens und dann wieder gegen 19 Uhr auf Wanderschaft. „Da können sie die Uhr nach stellen. Die Meldungen über Unfälle kommen dann hier zeitweise im Minutentakt rein“, sagt der Polizeisprecher. Anfang Oktober ereigneten sich 12 Unfälle an einem Morgen. Vor wenigen Tagen waren es binnen einer Nacht 14 Zusammenstöße.

Mit der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit an diesem Sonntag steigt nach Einschätzung des Polizisten das Risiko von Wildunfällen auf den Straßen noch weiter an. Der Pendlerverkehr fällt dann genau in die Dämmerungszeit“, weiß Wiechmann.

Die Polizei appelliert an die Autofahrer, die Straßenränder besonders aufmerksam im Blick zu behalten. „Man muss auch nicht immer Höchstgeschwindigkeit fahren“, so der Beamte weiter. Hupen könne helfen, Tiere am Straßenrand zu vertreiben, Vom Aufblenden rät er ab. Da könnten die Tiere eher wie versteinert stehen bleiben.

zur Startseite

von
erstellt am 29.Okt.2016 | 06:25 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen