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Sonderschau in Stralsund : Von Eisbären und Schloten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Sonderschau „Von der Tiefsee bis in die Polarregionen“ im Meeresmuseum Stralsund eröffnet

Manganknollen, Eisenmangankrusten und metallhaltige Schwefelverbindungen gehören zu den begehrtesten Bodenschätzen der Tiefsee. Zugleich sind die Gewässer tiefer als 500 Meter der Lebensraum einzigartiger Organismen. Der Wechselwirkung zwischen der Nutzung und dem Schutz von Tiefsee und Polarregionen widmet sich eine Ausstellung am Deutschen Meeresmuseum in Stralsund, die Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) gestern eröffnete. Die Nutzung der Meere sei ein brisantes Zukunftsthema. Die Ausstellung informiere und sensibilisiere die Besucher für die Ökosysteme in den Meeren und mache Forschungsergebnisse erlebbar, sagte Wanka. Der Bund werde die Meeresforschung in den kommenden zehn Jahren mit vier Milliarden Euro fördern. Unter anderem gehe das Geld in die Erneuerung der Forschungsflotte und die Förderung der Institute.

Die Ausstellung mit dem Titel „Nutzung der Meere – von der Tiefsee bis in die Polarregionen“ wird im Rahmen des Wissenschaftsjahres „Meere und Ozeane“ gezeigt und wird mit 175 000 Euro vom Bund gefördert. Die zweigeteilte Sondershow gibt Einblicke in die Lebensräume von Tiefsee und Polrarregion. Im Bereich Tiefsee können Besucher seltene Originalexponate sehen, darunter einen etwa einen Meter großen hydrothermalen Schlot (Black Smoker), der aus dem Indischen Ozean aus 3300 Metern Tiefe geborgen wurde. Die Black Smoker, hydrothermale Quellen in der Tiefsee, gelten nicht nur als mögliche Quelle des Lebens in den Meeren, sondern sind Lebensraum für viele, teilweise noch unbekannte Arten, wie Ausstellungskuratorin Dorit Liebers-Helbig erläuterte. Gezeigt werden unter anderem Riesenröhrenwürmer und Muscheln.

Der in Stralsund gezeigte Black Smoker war von einem Team um den Geologen Ulrich Schwarz-Schampera mit Hilfe eines Unterwasserrobotors aus dem Indischen Ozean geborgen worden. Deutschland gehöre unter anderem neben Russland, China oder auch Südkorea bei der Erkundung von Bodenschätzen in der Tiefsee zu den „Global Playern“, sagte Schwarz-Schampera. Deutschland habe Explorationslizenzen in der Tiefsee des Indischen Ozean für 10 000 Quadratkilometer und im Pazifik für 75 000 Quadratkilometer.

Der Ausstellungsbereich Polarregion enthält Modelle eines Narwals mit seinem markanten Stoßzahn, einer Weddellrobbe, von Pinguinen und eines Eisbären. Zudem veranschaulicht er, dass die Polarregion mit ihren großen Krillvorkommen eine Schlüsselstellung in der Nahrungskette in den Meeren einnimmt. Der Klimawandel werde die Polarregionen verändern, sagte Antje Boetius vom Alfred-Wegener-Institut. Wenn der unter dem Meereseis lebende Krill schwindet, habe dies Folgen bis hin zu den Walen.

Mit der über Facebook gestarteten Sammelaktion „Schubladenhandys“ hatte das Meeresmuseum im Vorfeld der Ausstellung zum Mitmachen aufgerufen. In Handys werden seltene Metalle und Mineralien verarbeitet, wie Liebers-Helbig sagte. Die nun in der Ausstellung gezeigten Handys sollen das Bewusstsein für das Recycling der Rohstoffe schärfen und für den Bau von ethisch korrekt hergestellten Handys, sogenannten Fairphones, werben.

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erstellt am 12.Apr.2017 | 08:00 Uhr

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