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Mecklenburg-Vorpommern

08. Dezember 2016 | 01:09 Uhr

Gefährlicher H5N8-Virus : Vogelgrippe: Stallpflicht für MV verhängt

vom

Erster Fall des gefährlichen Virus im Land nachgewiesen.

Die Vogelgrippe hat Mecklenburg-Vorpommern erreicht. Bei einer toten Reiherente, die auf der Insel Riems bei Greifswald gefunden wurde, sei das Virus H5N8 nachgewiesen worden, teilte Agrarminister Till Backhaus (SPD) am Donnerstag in Schwerin mit.

Außerdem bestehe bei mehreren anderen toten Vögeln der Verdacht, dass sie ebenfalls mit der hochansteckenden Form der Geflügelpest infiziert waren. Die Tiere wurden auf den Ostsee-Inseln Greifswalder Oie und Ruden gefunden. Die Untersuchungsergebnisse sollten noch am Donnerstag vorliegen.

Backhaus verhängte daraufhin für Geflügelhaltungen im ganzen Land die Stallpflicht. Der Nachweis der Geflügelpest habe zur Folge, dass alle Geflügelhalter bis zum Sonntag die Tiere unter Dach holen müssen. „Ab Montag werden wir verstärkt kontrollieren, ob dieses umgesetzt wurde“, kündigte Backhaus an. Um den Fundort der infizierten Ente auf Riems werde ein Sperrbezirk mit einem Radius von drei Kilometern und ein Beobachtungsgebiet im Umkreis von zehn Kilometern eingerichtet.

In Schleswig-Holstein sammeln Mitarbeiter der Stadt Plön seit Tagen tote Wildvögel ein, bisher mehr als 200 Tiere. Unweit der deutsch-polnischen Grenze in der Nähe von Stettin (Szczecin) ist ebenfalls die Vogelgrippe ausgebrochen. Dort wurden bis Mittwoch 70 tote Tiere entdeckt. Auch bei Wildvögeln am Bodensee wurde die gefährliche Variante der Vogelgrippe vom Typ H5N8 festgestellt.

Das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit auf der Insel Riems mahnte unterdessen einen besseren Schutz von Nutzgeflügel an.

Aufgrund der aktuellen Verbreitung des hochansteckenden H5N8-Erregers bei Wildvögeln in mehreren europäischen Ländern sei von einem hohen Eintragsrisiko in Nutztierbestände auszugehen. Das Institut sieht insbesondere Haltungen in der Nähe von Rast- und Sammelplätzen von Wasservögeln gefährdet. In den Agrarbetrieben wächst unterdessen die Sorge, dass kurz vor Weihnachten das Virus auch auf schlachtreife Enten und Gänse übergreifen könnte, mit schwerwiegenden finanziellen Folgen.

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erstellt am 10.Nov.2016 | 11:37 Uhr

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