zur Navigation springen

Türkischer Wahlkampf in Deutschland : Video-Umfrage in MV: Geschlossen gegen Erdogan

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Klares Umfrageergebnis: Viele Schweriner sind gegen türkischen Wahlkampf in Deutschland

Kein türkischer Wahlkampf in Deutschland – die Stimmung auf den Straßen in MV richtet sich deutlich gegen den Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Viele Schweriner halten bei dem anhaltenden Streit zwischen den Niederlanden und der Türkei laut einer Umfrage unserer Zeitung geschlossen zu ihrem europäischen Nachbarn.

Für Empörung sorgte, dass der türkische Präsident sich über jede diplomatische Gepflogenheiten hinwegsetzte und die Niederländer am Sonnabend als „Nazi-Nachfahren“ beschimpfte. „Das ist eine Frechheit. Die Türken sind in der Geschichte ja nicht besser gewesen. Ich denke da an die Armenier, die die von den Türken ermordet wurden“, sagte Schwerin-Besucher Alois Rape.

 

Auch Augenoptikerin Kathrin Horn kann die Nazi-Vergleiche türkischer Politiker nicht verstehen: „Wir haben seit vielen Jahren eine gute Partnerschaft mit dem Land. Es ist unklar, warum Erdogan plötzlich so verbal entgleisen muss. Das sind Worte, die man in diesem Zusammenhang nicht verwenden darf.“ Die harte Reaktion der niederländischen Regierung gegen türkische Politiker beeindruckte die Bürger in der Landeshauptstadt. Den Haag verweigerte Erdogans Außenminister am Sonnabend die Landung mit seinem Flugzeug. Der Politiker wollte für das anstehende Verfassungsreferendum in den Niederlanden werben. Die niederländische Polizei eskortierte auch die türkische Familienministerin zurück zur Landesgrenze. „Wir sollten in Deutschland auch so durchgreifen, wie die Niederländer“, sagte ein Schweriner, der anonym bleiben möchte. Er spielt damit auf die Diskussion um den Wahlkampfauftritt des türkischen Präsidenten Erdogans in Deutschland an.

Bloß nicht – darin waren sich alle Befragten einig. „Die Stimmung in Deutschland ist bereits aufgeheizt. Stichworte AfD, Pegida und die Flüchtlingskrise. In Deutschland sollte sich zuerst die politische Situation beruhigen, danach könnte man wieder über Auftritte von türkischen Politikern nachdenken“, sagte Armindo Oetermann. Aber Erdogan brauche den Skandal wenige Wochen vor seinem Verfassungsreferendum am 16. April. Dies stellte ein Vater in der Fußgängerzone fest: „Die haben Wahlen und Erdogan will nicht verlieren. Deswegen lässt er den Streit überhaupt so eskalieren. Er will jetzt einfach den dicken Mann spielen. Und nach dem Referendum wird er sich wieder normal verhalten.“

 

zur Startseite

von
erstellt am 13.Mär.2017 | 20:45 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen