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Mecklenburg-Vorpommern

02. Dezember 2016 | 21:09 Uhr

Kriminalität MV : Vermisstenfall Priborn: Hinweise nach „Aktenzeichen XY...“

vom

Eine Frau lädt ihre Angehörigen zum Essen ein, doch die Gäste finden nur einen kalten Braten vor. Das plötzliche Verschwinden der 67-Jährigen lässt ein Dorf, die Kinder und Ermittler seit einem Jahr rätseln.

Nach der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY...ungelöst“ geht die Polizei einer Reihe neuer Hinweise im Fall der vermissten Frau aus Priborn (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) nach. „Bisher sind 16 Hinweise eingegangen, die geprüft werden“, sagte die Sprecherin des Polizeipräsidiums Neubrandenburg, Nicole Buchfink, am Donnerstag. So hatte ein Anrufer schon in der Sendung auf einen Verdächtigen aus der Region hingewiesen. Zudem hoffen Ermittler auf Angaben zu einem silberfarbenen Auto, das in der Nacht nach dem Verschwinden der 67 Jahre alten Frau ohne Licht in dem Wald unterwegs war, in dem die Vermisste zuletzt gesehen worden war.

Die pensionierte Lehrerin war in der Region sehr bekannt und beliebt, wie Priborns Bürgermeisterin Elvira Doehring (Linke) erklärte. Die allein lebende Frau hatte Angehörige für den 6. Dezember 2015 zu einem Sonntagsessen eingeladen. Sie legte am Tag davor alle Zutaten bereit, um den Braten später zuzubereiten, und ging erst wie gewohnt am Dorfrand im Wald spazieren. Sie tauchte nicht wieder auf. Auch tagelange Suchaktionen blieben erfolglos. Die Polizei hat 2500 Euro Belohnung ausgelobt. „Es wäre wirklich schön, wenn wir der Familie bald Gewissheit geben könnten“, sagte die Sprecherin.

Nach Angaben des Ermittlers Olaf Hildebrandt, der den Fall im ZDF vorstellte, hält man ein Verbrechen für sehr wahrscheinlich. Alles andere passe nicht zum bisherigen Verhalten der Vermissten. Bekannte hatten am Tag ihres Verschwindens mehrfach versucht, die Frau per SMS und Handyanruf zu erreichen. Das misslang, und man schaute erst am Tag darauf mit den Kindern im Haus nach. Das Handy der Vermissten konnte nicht geortet werden, sagte Hildebrandt.„Sie hat vielleicht etwas gesehen, was sie nicht sehen sollte“, vermutet die Bürgermeisterin. Im Dorf sei die Stimmung seit dem Verschwinden der Frau vor fast einem Jahr „richtig, richtig schlecht“. Es wäre schön, wenn diese Ungewissheit bald vorbei wäre.

Die Polizei hatte kurz nach der Tat Hinweise auf zwei Verdächtige aus dem Dorf gehabt. Dem schlossen sich auch Durchsuchungen in einer Wohnung, Garagen und Autos an; dies blieb ohne Erfolg. Gegen die Männer werde aber weiter ermittelt, erklärte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

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erstellt am 17.Nov.2016 | 09:14 Uhr

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