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Verkehr MV

30. Mai 2016 | 16:27 Uhr

Neuer Winterfahrplan MV : Pendler sauer: Zugfahrt nach Hamburg wird länger

vom

Der Fahrplanwechsel der Bahn im Dezember bringt für Pendler im westlichen Mecklenburg einige Verschlechterungen. Das sorgt für Unmut. Die Bahn bittet um Verständnis.

Der Fahrplanwechsel bei der Bahn am 13. Dezember bringt Verschlechterungen für Pendler im westlichen Mecklenburg. So verlängert sich die Fahrzeit auf der Strecke RE 1 Rostock - Hamburg um durchschnittlich 15 Minuten. Mancher Zug ist sogar 20 Minuten länger unterwegs als bislang üblich. Das geht aus den neuen Fahrplänen hervor, die im Internet einsehbar sind.

Der Grund für die längeren Fahrzeiten sind Änderungen im Fernverkehr zwischen Hamburg und Berlin sowie Bauarbeiten im Raum Hamburg, wie der Landesvorsitzende des Fahrgastverbandes Pro Bahn, Marcel Drews, sagte. Dadurch müsse der RE 1 in Büchen (Schleswig-Holstein) warten. Teilweise steht er dort zehn Minuten, ehe die Fahrt weitergeht.

Die Bahn bat um Verständnis. Der Fernverkehr habe Priorität und der Regionalverkehr müsse sich dem unterordnen, sagte ein Sprecher in Berlin. Die geänderten Zeiten zwischen Berlin und Hamburg resultierten aus der Inbetriebnahme von Neubauabschnitten auf der Strecke Berlin - München, wodurch die Züge schneller unterwegs seien.

Berufspendler nach Hamburg machten ihrem Unmut bereits in einer Petition an Landesverkehrsminister Christian Pegel (SPD) und Spitzenvertreter der Bahn Luft. Aufgrund der längeren Fahrzeit müssten viele eine Stunde früher losfahren, um pünktlich an ihrem Dienstort zu sein, heißt es in der Petition. Dadurch gehe wertvolle Zeit mit der Familie verloren. Der Wohnstandort Westmecklenburg drohe an Attraktivität zu verlieren, und Pendler würden gezwungen aufs Auto umzusteigen. Schon in den vergangenen Jahren sei schrittweise die Fahrzeit nach Hamburg um mehr als 10 Minuten verlängert worden. Rund 1000 Pendler seien täglich betroffen.

Wegen der geänderten Fahrzeiten der Fernzüge zwischen Hamburg und Berlin ändern sich auch die Abfahrtzeiten der Regionalbahnlinien RE 2 und RE 7, die im Land von Ludwigslust über Schwerin nach Wismar führen. Dadurch sei kein nahtloser Umstieg von dieser Strecke auf die Linie RE 1 Hamburg - Rostock in Schwerin mehr möglich, kritisierte Drews. Eine Umsteigezeit von 40 bis 50 Minuten ist künftig üblich, wie aus dem Fahrplan hervorgeht. Pendler zwischen Ludwigslust und Schwerin müssen künftig auch auf mehrere schnelle Verbindungen am Tag verzichten.

Pro Bahn hat Drews zufolge in mehreren Gesprächen mit dem Land auf die anstehenden Verschlechterungen hingewiesen und Verbesserungen gefordert. Die teilweise negativen Folgen der Änderungen im Fernverkehr für den Regionalverkehr in Westmecklenburg müssten mittel- bis langfristig beseitigt werden, forderte er. Andernfalls sei zu befürchten, dass Fahrgäste der Bahn auf Fernbusse oder das Auto umsteigen.
 

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erstellt am 22.Nov.2015 | 17:50 Uhr

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