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Verkehr MV

26. August 2016 | 07:04 Uhr

Verkehr : Erneuerung maroder A19-Brücke im Zeitplan

vom

Auf einer der wichtigsten Verkehrswege Ostdeutschlands müssen Brücken über den Petersdorfer See erneuert werden.

An den Petersdorfer Autobahnbrücken der A19 bei Malchow (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) treffen sich sehr verschiedene Welten. Auf der westlichen Brücke frisst sich ein schwerer Bohrer von einem riesigen Bagger aus in den Grund des Petersdorfer Sees. Auf der Ost-Brücke sausen Lastwagen und Autos vorbei. „Das ist eine unserer größten Brückenbaustellen derzeit in Mecklenburg-Vorpommern“, sagt der Schweriner Verkehrsminister Christian Pegel (SPD). Der Minister sah sich am Donnerstag den komplizierten Ablauf auf der Baustelle der Autobahn Berlin-Rostock an. Die A19 ist eine der Hauptverkehrsachsen für ganz Ostdeutschland zur Ostsee und auch zurück.

Mario Schönherr von der Fernstraßenplanungs- und -baugesellschaft Deges gibt erst einmal Entwarnung. Der Neubau der zwei Petersdorfer Autobahnbrücken ist trotz des Frosts und aufwendiger Bohrungen weiter im Zeitplan. Im Mai 2017 soll die erste Brücke fertig sein. Derzeit werden von der gesperrten Westbrücke aus bis zu 50 Meter tiefe Löcher in den Petersdorfer See gebohrt, um Betonpfähle für Fundamente gießen zu können. „Die neuen Brücken werden auf jeder Seite zwei Träger haben, die auf jeweils zehn Bohrpfählen stehen.“ Man braucht also mindestens 40 tiefe Löcher.

Hauptproblem ist der Untergrund. Der See ist zwar nur zwei Meter tief, hat aber eine 20 Meter dicke schlammige Muddeschicht. „Wir gehen 52 Meter tief hinein, um wirklich festen Grund zu haben“, sagt Schönherr und zeigt auf die riesigen Stahlrohre die neben dem Bagger mit dem Bohrer stehen. Um nicht mit Pontons auf dem See arbeiten zu müssen, wurden Löcher in die alte Brücke gebohrt. Wenn die Bohrpfähle fertig sind, wird die Brücke abgerissen und neu aufgebaut.

Die Brückenbauer haben gelernt. Die alte Brücken wurden 1978 gebaut und waren nur halb so tief gegründet. Deshalb gaben die Bauwerke Jahr für Jahr nach, hingen sogar schon etwas durch. Rund 30 Millionen Euro werden für die beiden großen Brücken veranschlagt, mehr als 40 Millionen Euro für den gesamten Umbau der Anschlusstelle Waren, die der Bund trägt.

Als Hauptproblem sehen die Verkehrsexperten neben der technisch anspruchsvollen Umsetzung das Verkehrsaufkommen. „Wir hoffen, dass vor allem in den Hauptreisezeiten möglichst schon vor Berlin auf die Baustelle hingewiesen wird“, sagt Pegel. Wenn alle Urlauber so weiterfahren würden wie früher, dürften Staus vorprogrammiert sein.„Wer nach Rügen will, kann ab Berlin schon über die A11 und A20 ausweichen, wer nach Boltenhagen (Kreis Nordwestmecklenburg) will ist besser dran, wenn er die A24 und dann die A14 nach Wismar benutzt“, hat sich der Minister bereits informiert.

Schönherr hat die Zahlen parat: „Im Schnitt fahren hier am Tag 16 000 Fahrzeuge.“ Bis zu 25 000 Fahrzeuge schaffe eine zweispurige Straße, wie es jetzt der Fall ist. Zu Hauptreisetagen fahren bis zu 38 000 Fahrzeuge auf der A19. „Wir müssen vor allem die Navigationsgeräte und die Internetangaben aktuell haben, das hilft“, hofft Schönherr.

Sein Trost: Wenn im Mai 2017 die erste Brücke fertig ist, ist diese so breit, dass hier vierspurig gefahren werden kann. Dann soll die andere Brücke auf die gleiche komplizierte Weise neu gebaut werden.

Unter den Brücken kann man schon die Dicke der neuen Träger erkennen.

Stahlrohre ragen aus dem See, von oben tropft es unaufhörlich und dicker Schlamm liegt überall. Drei Tage dauert eine Bohrung, einen Tag das Schütten eines Bohrpfahles. „Wir hoffen, dass im April der erste Abriss der alten Brücke beginnen kann“, sagt Schönherr.

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erstellt am 14.Jan.2016 | 21:00 Uhr

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