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Mecklenburg-Vorpommern

09. Dezember 2016 | 12:39 Uhr

Nach Chemiefund in Woldegk : Verdacht auf Verstoß gegen Sprengstoffgesetz

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Gefahr eines Chemie-Unfalls in Woldegk ist gebannt, der Verursacher wollte wohl nur experimentieren.

Nach dem spektakulären Fund chemischer Stoffe in Woldegk (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) wird gegen den Besitzer wegen des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz ermittelt. Der 34-Jährige habe eingeräumt, „sich die Stoffe aus Neugier und Experimentierfreude besorgt zu haben“, wie Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler am Freitag in Neubrandenburg sagte. Er habe auch mehrere Experimente in der Wohnung und draußen vollzogen.

Bei den beschlagnahmten Substanzen - mehr als 100 Kilogramm in Säcken und literweise Flüssigkeiten in Kanistern und Flaschen - handelt es sich um frei verkäufliche Stoffe. Das Gros kam via Internet. Für gefährlich hielten Ermittler die angefertigten Gemische des Mannes.

Das umfangreiche Chemie-Arsenal war durch Zufall am Donnerstag in der Wohnung in einem Mehrfamilienhaus entdeckt worden. Eine Nachbarin hatte beobachtet, wie Qualm vom Balkon des 34-Jährigen aufstieg, Feuer vermutet und die Feuerwehr alarmiert. Als die Einsatzkräfte und die Polizei anrückten und das Chemielager entdeckten, mussten 27 Menschen sicherheitshalber stundenlang die Wohnungen verlassen, konnten aber abends wieder zurück. Schaden sei nicht entstanden.

Einen Zusammenhang mit einer Brandserie, die seit längerer Zeit für Aufsehen in der Kleinstadt sorgt, gibt es laut Zeisler bisher nicht.

Deshalb sei nach derzeitigem Stand auch kein Haftbefehl nötig. Die beschlagnahmten Stoffe würden noch untersucht, unter anderem vom Landeskriminalamt. Auf Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz stehen Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren.

Winfried Wagner

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