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Unsere Kinder

04. Dezember 2016 | 07:03 Uhr

Spendenaktion: Unsere Kinder : Durchwachte Nächte am Kinderbett

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Juckreiz durch Kuhmilch-Allergie: Bei Familie Rossa sind beide Mädchen betroffen. Mutter hofft auf medizinische Ernährungsberatung

Nora ist gerade sechs Wochen auf der Welt, als ihr Leiden beginnt. Ihr kleiner Körper ist übersät mit Ekzemen. Der Juckreiz quält das Baby. Es schreit viel, besonders nachts wegen der Bettwärme. „Wir haben Nora kleine Socken über die Hände gezogen, damit sie sich nicht die Haut aufkratzt. Doch auch mit den Socken hat sie immer wieder über ihr Gesicht gerieben“, erinnert sich ihre Mutter Sabrina Rossa an die besonders anstrengenden Nächte vor einem Jahr – obwohl sie am liebsten vergessen würde, wie sehr die Beschwerden zu dieser Zeit nicht nur ihr Kind, sondern auch ihren Mann und sie selbst bei der abwechselnden Nachtwache zur Verzweiflung brachten. „Das sah so schlimm aus, ich hätte weinen können“, sagt die 34-Jährige aus Heiligenhagen bei Rostock.

Eine Hautärztin diagnostiziert zunächst Neurodermitis. Für sie ist der Fall klar, denn sowohl Sabrina Rossa als auch ihre Mutter haben dieselbe Hautkrankheit. Die Medizinerin verschreibt Kortison, das auch kurzfristig hilft. Eine langfristige Lösung stellt das starke Medikament allerdings nicht dar. „Sobald wir es abgesetzt hatten, blühten die Ekzeme wieder auf“, berichtet die Mutter.

Nora litt als Baby unter stark juckenden Ekzemen.
Nora litt als Baby unter stark juckenden Ekzemen. Foto: privat

Sie grübelt statt dessen über mögliche Ursachen – und hat schnell einen Verdacht. Schon bei ihrer eineinhalb Jahre älteren Tochter Clara, die ebenfalls unter Hautproblemen leidet, war ihr etwas aufgefallen, als das Mädchen ein Jahr alt war: Die damals aufgetretenen Ekzeme kamen immer dann besonders stark zum Vorschein, wenn sie Kuhmilchprodukte zu sich genommen hatte. Außerdem musste sich das Kind im Säuglingsalter bis zu fünfmal am Tag übergeben. „Hier stimmt etwas nicht“, dachte die Mutter und ersetzte die Kuh- durch Hafermilch. Prompt ging es Clara deutlich besser.

Sabrina Rossa, die nur kurz stillen konnte und dann zur Flaschenmilch übergehen musste, sucht deshalb auch für Nora nach einem Ersatz zum gängigen Milchpulver. Stundenlang recherchiert sie im Internet. Nicht alles verträgt das Mädchen gleichermaßen gut. Doch nach drei Monaten findet die Mutter eine Spezialnahrung bei Kuhmilchallergie, die dem Kind gut bekommt und die die Symptome wie Ekzeme, Spucken und Durchfall schlagartig zurückdrängt.

Eine Spezialambulanz aufzusuchen – daran denkt Sabrina Rossa damals noch nicht. Erst als sie Monate später wegen einer anderen Erkrankung von Nora in die Kinder- und Jugendklinik der Universitätsmedizin Rostock kommt und nebenbei die Hautgeschichte erwähnt, wird ihr Verdacht auch dort bestätigt. Die familiäre Bereitschaft zu allergisch bedingten Hauterscheinungen und Noras Symptome würden auf eine Kuhmilcheiweiß-Allergie hinweisen, sagt der Klinikleiter und Spezialist für chronische Darmerkrankungen, Prof. Michael Radke. Er verschreibt weiterhin die teure Spezialnahrung, die das Eiweiß so stark aufspaltet, dass es keine Allergie mehr auslösen kann, und vereinbart Termine für weitere Tests mit beiden Mädchen. Vielleicht haben sie Glück: Nicht selten verschwindet die Unverträglichkeit im Kleinkindalter wieder.

Generell sind etwa drei bis fünf Prozent aller Säuglinge von einer Kuhmilcheiweiß-Allergie betroffen , weiß Radke. In seltenen Fällen ist das sogar lebensbedrohlich, etwa bei einem allergischen Schock. Selbst bei gestillten Kindern kann das Problem auftreten – dann muss die Mutter ihre Ernährung umstellen.

In jedem Fall ist eine komplexe Ernährungsberatung vonnöten. Doch genau daran mangelt es in der Kinder- und Jugendklinik der Rostocker Universitätsmedizin, weil das Geld für einen Ernährungsexperten fehlt. Geld, das wir mit unserer Spendenaktion sammeln möchten, damit es Nora, Clara und anderen kranken Kindern schneller besser geht.

„So eine Beratung wäre großartig“, meint Sabrina Rossa. „Ich habe mich durchs Internet gewurschtelt und herumexperimentiert. Immer in der Hoffnung, das Richtige herauszufiltern. Das ist nicht so schön“, sagt sie. Bei jedem einzelnen Lebensmittel lese sie die Zutatenliste. Doch nicht immer sei für den Laien auf Anhieb zu erkennen, ob es Kuhmilch enthalte oder nicht.

Zwar habe sich ihre Familie inzwischen mit den Einschränkungen arrangiert. Auch die Kita ziehe super mit, sagt die Immobilienfachwirtin, die inzwischen wieder voll berufstätig ist. Doch sie denkt auch an andere Eltern mit Kindern, die „weit schlimmere Krankheiten haben als unsere Mädchen“. Sabrina Rossa ist sich sicher: Eine Ernährungsberatung oder Kurse in der Klinik, in denen man sich mit anderen Eltern austauschen könnte, würden unnötiges Leid bei chronisch kranken Kindern verhindern.

So können Sie helfen

spenden-kinder

Die Adventszeit ist die Zeit der Besinnung,  der Freude, der Familie und Kinder. Denkt man an Kinder und an Weihnachten, dann denkt man an ausgelassene Fröhlichkeit und ansteckendes Lachen. Kinder bedeuten  Glück. Kinder machen Familien aus. Doch nicht allen Eltern, Kindern und Großeltern in unserer  Gesellschaft geht es  gut. 

Wenn Kinder krank werden, sind das oft doppelte Schmerzen – für die Kleinsten und bei den Eltern. Wenn Kinder an chronischen Krankheiten leiden, ist das nicht nur doppeltes Leid, sondern beeinflusst die Entwicklung und  verändert oft das ganze Leben der kleinen Patienten.

Am Rostocker Universitätsklinikum haben sich erfahrene Mediziner, wie Prof. Dr. Michael Radke, Leiter der Kinder- und Jugendklinik,  und sein  Stellvertreter Prof. Dr. Jan Däbritz auf chronische Darmerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen spezialisiert. Ihre medizinische Erfahrung: Starke Medikamente wie etwa Kortison, die bei Erwachsenen angewandt werden, richten bei Kindern oft mehr körperliche Schäden an, als dass sie helfen. Die Spezialisten sind überzeugt: Eine Ernährungstherapie ist die beste Medizin.

Doch es fehlt seit Jahren an einer entsprechenden Beraterin. Wir wollen in einer gemeinsamen Aktion in der Adventszeit Spenden für eine Ernährungstherapeutin für die Kinderklinik sammeln. Es soll nur eine Anschubfinanzierung für das erste Jahr werden, an deren Beispiel Prof. Dr. Radke und Prof. Dr. Däbritz gerne nachweisen wollen, dass eine solche Stelle am Klinikum unverzichtbar ist.

Warum unterstützen die „Schweriner Volkszeitung“, die „Norddeutschen Neuesten Nachrichten“ und „Der Prignitzer “ ein solches Vorhaben in der Uni-Medizin? Öffentliche Kassen sind bekanntlich immer leer. Die Krankenkassen müssen erst überzeugt werden.   Wir sagen, es ist Zeit,  etwas für unsere Kinder zu tun. Helfen Sie bitte mit bei der gemeinsamen Weihnachtsaktion unserer Zeitungen und der Kinder- und Jugendklinik, helfen Sie den Kindern. Jede Spende ist wichtig. Jede Spende hilft. Jede Spende kommt an.

Kontodaten

pro infantibus - Hilfe für das kranke Kind e. V.
OSPA  Konto: 4 05 00 91 78
BLZ:  130 500 00
IBAN DE77 1305 0000 0405 0091 78
Verwendungszweck: „Unsere Kinder“

Bitte schreiben Sie für die Spendenquittung Ihre Adresse und Ihren Namen in die Zeilen für den Verwendungszweck. Vermerken Sie dort auch, falls Sie in der Zeitung nicht genannt werden möchten.

 

>> Alle Informationen rund um unsere Spendenaktion lesen Sie im Dossier

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erstellt am 25.Nov.2016 | 12:00 Uhr

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