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Mecklenburg-Vorpommern

26. September 2016 | 02:14 Uhr

Grüne Gentechnik : Uni Rostock forscht an Gentechnik

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Im Masterplan der Landesregierung ist dies nicht vorgesehen. Backhaus ist nicht glücklich über das Projekt „Fischglashaus“

Grüne Gentechnik hat in der Agrarpolitik Mecklenburg-Vorpommerns offiziell keinen Platz. Im gerade vorgelegten Masterplan der Landesregierung zur Zukunft der Land- und Ernährungswirtschaft kommt Gentechnik weder in Wissenschaft noch Praxis vor. Sie spiele im Land keine Rolle, sagt Agrarminister Till Backhaus (SPD). Dass in einem Gewächshaus der Universität Rostock gentechnisch veränderte Pflanzen wachsen, hatte ihn bei einem Besuch des Projekts „Fischglashaus“ im November überrascht. „Darüber bin ich nicht glücklich“, sagt der Minister. Er plädiere für ein deutschlandweites Nein zu grüner Gentechnik.

Der Rektor der Universität Rostock, Wolfgang Schareck, ist anderer Meinung: „Die Forschung an gentechnisch veränderten Pflanzen muss weitergehen.“ Eines der wesentlichen Ziele der Uni Rostock sei es, die Wettbewerbsfähigkeit im In- und Ausland zu sichern und zu stärken. „Und Gentechnikforschung steht weltweit im Fokus“, argumentiert der promovierte Mediziner. Die Grundlage für eine Fortsetzung der Gentechnikforschung in der Hansestadt sei mit der Eröffnung des „Fischglashauses“ geschaffen: ein Gewächshausanbausystem zur Produktion von Warmwasserfischarten. Die mit Nährstoffen angereicherten Abwässer werden zum Düngen genutzt. Leiterin des Fachbereiches Agrarbiotechnologie ist die Gentechnikexpertin Inge Broer. „Wir untersuchen, inwieweit Rückstände von Fischen in Aquakulturanlagen das Wachstum von gentechnisch veränderten Pflanzen an Land positiv beeinflussen können. Und hier auch, ob die Nährstoffe neben dem besseren Wachstum womöglich auch die Produktion der gewünschten Impfstoffe in den Pflanzen steigern.“ 1990 hatten Wissenschaftler des Max Planck Instituts für Pflanzenzüchtungsforschung Köln den ersten Freilandversuch in Deutschland mit gentechnisch veränderten Pflanzen vorgenommen. Petunien war ein Gen aus Mais implantiert worden, so dass die Blumen statt weiß lachsrot blühten. Bis 2011 folgten bundesweit über 1200 Anbauversuche. 2004 wurde in Groß Lüsewitz bei Rostock ein mit Fördermitteln von EU, Bund und Land gebautes Agrobiotechnikum vor allem für die Gentechnikforschung eröffnet.

Agrarminister Backhaus lobte die Einrichtung damals als einen Leuchtturm in der Gentechnikforschung. Seinen Sinneswandel kann Broer nicht nachvollziehen.

 

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erstellt am 03.Jan.2016 | 19:00 Uhr

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