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Mecklenburg-Vorpommern

08. Dezember 2016 | 21:06 Uhr

Faszination Tanz : Tanzschulen boomen – Ältere kommen sogar mit Rollator

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Tanzschule als angestaubte Pflichtveranstaltung auf dem Weg zum Schulabschluss - das war einmal.„Viele neue Produkte“, musikalische Früherziehung und Trends wie Videocliptanzen bescheren den Tanzschulen viel Zulauf, wie der Vizepräsident des Verbands der Tanzschulinhaber „Swinging World“, Alexander Cristian, sagte. „Das Bild der Tanzschule hat sich völlig verändert.“ Tanzen und Gesundheit sei ein Riesenthema für Ältere. Auch für diejenigen, die mit einem Rollator unterwegs sind, gebe es das Richtige: eben Rollatortanzen. Die traditionellen Anlässe eine Tanzschule zu besuchen, vor allem der Abiball, hätten sich dagegen „völlig verflüchtigt“.

Eine Umfrage unter Tanzschulen in Mecklenburg-Vorpommern bestätigte Cristians Schilderungen. „Wir können uns vor Arbeit kaum retten“, sagte Ingo Bandemer, Inhaber des Schweriner Tanzcenters Bandemer. Neben dem Seniorentanz werde vor allem Swing stark nachgefragt. Das Interesse an der „Schnupperstunde“ zur Jugendweihe habe dagegen nachgelassen. Junge Leute kämen eher über klassische Jugendtanzkurse in die Tanzschule, oft auch zusammen mit den Eltern. „Ich finde es schön, wenn sich die Eltern einbringen“, sagte Bandemer.

Kristin Rennack vom Neubrandenburger „Dance Department“ sieht wie Cristian das Personalproblem: „Wir sind ein Flächenland, wir könnten noch viel mehr machen, wenn es mehr Personal geben würde.“ Aktuell bedeute der Boom für Tanzlehrer auch, zum Beispiel in der Schwangerschaft durchzuarbeiten.

Wolfgang Wollgast unterhält mit seiner Lübecker Tanzschule Filialen in Bad Doberan und Wismar. Er sieht große Unterschiede zwischen Ost und West: Im Osten gehöre die Tanzstunde in der Vorstellung der Leute zur Bildung dazu. Im Westen stehe der Bildungsfaktor erst an zweiter Stelle, dort gehe es eher um Spaß. Deshalb laufe das Geschäft im Osten besser. Auch zwischen den Städten gebe es Unterschiede: Während in Wismar das Interesse junger Leute nachlasse, sei dies in Bad Doberan nicht so. Insgesamt gebe es den Trend, wieder beständige Tanzstile zu erlernen und weniger Modetänze.„Dass sich ein Modetanz etabliert, gab es schon lange nicht mehr“, sagte auch Ingo Habla von der Rostocker Tanzschule Habla. Bei den Anfängern sei der Discofox beliebt, bei den Fortgeschrittenen eher der Cha-Cha-Cha. „Es ist eher das klassische Programm, weniger Modern Dance“, erklärte Habla.

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erstellt am 16.Nov.2016 | 12:00 Uhr

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