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Mecklenburg-Vorpommern

28. September 2016 | 12:13 Uhr

Vergewaltigung in Stralsund : Studentin bedrängt und missbraucht

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

28-Jähriger zu vier Jahren Haft wegen Vergewaltigung verurteilt

Wegen Vergewaltigung ist ein 28-jähriger Mann zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt worden. Das Landgericht Stralsund sah es gestern als erwiesen an, dass der Mann am frühen Morgen des 11. Oktober eine Studentin in Greifswald bedrängt und zum Sexualverkehr gezwungen hatte. Zudem wurde er verpflichtet, ein Schmerzensgeld in Höhe von 7000 Euro an die 25-jährige Frau zu zahlen. Der Angeklagte erklärte, dass er keine Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen wird.

Der aus Eritrea stammende Mann hatte die Studentin angesprochen, als diese nach einer Feier einen Studentenclub verlassen hatte und ihr Fahrrad abschließen wollte. Zunächst habe er sich kurz auf Englisch mit ihr unterhalten, dann habe er versucht, sie zu küssen. Er gab an, dass er ihr mit den Worten „I love you“ deutlich gemacht habe, dass er mit ihr schlafen wolle. Später räumte er ein, ihr den Mund zugehalten und sie an den Handgelenken gepackt zu haben.

Dem Mann könne nicht verborgen geblieben sein, dass die Frau sich gewehrt habe, sagte die Richterin. „Wer in den Geschlechtsverkehr einwilligt, den muss man nicht an den Handgelenken packen und den Mund zuhalten.“ Die 25-Jährige, die als Nebenklägerin den Prozess verfolgte, schilderte die Tat unter Tränen. Sie habe sich mit Händen und einem Tritt gewehrt und den Angeklagten mit den Worten „Stop it“ mehrfach aufgefordert, von ihm zu lassen. Auch habe sie laut um Hilfe geschrien, bis ihr der Mann den Mund zugehalten habe. „Ich habe irgendwann keine andere Chance gesehen als mitzumachen, damit ich hier lebend wieder herauskomme“, sagte sie. Der Anwalt der jungen Frau, der eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten und ein Schmerzensgeld in Höhe von 10 000 Euro gefordert hatte, geht von psychischen Folgenschäden aus. Seine Mandantin traue sich im Dunkeln nicht mehr auf die Straße und ziehe seit der Tat keinen Rock mehr an.

Im Prozess hatte der Täter Reue gezeigt. Er sagte bei seinem Geständnis, er habe einen großen Fehler gemacht, und entschuldigte sich bei der Frau.  

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