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Mecklenburg-Vorpommern

03. Dezember 2016 | 20:49 Uhr

Höhere Energierechnungen : Stromversorger ziehen die Preise an

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Höhere Abgaben treiben Rechnungen für Verbraucher in MV hoch

Es wird wieder teurer: Zehntausende Stromkunden in MV müssen sich auf höhere Energierechnungen einstellen. In MV wollen mindestens sechs Stromversorger im kommenden Jahr die Tarife erhöhen. So verlangt beispielsweise der Regionalversorger Wemag ab Januar im Schnitt 3,4 Prozent mehr, teilte das Unternehmen gestern mit. Auch die Stadtwerke Rostock und Neubrandenburg erhöhen die Strompreise, bestätigten die Unternehmen. Sowohl im Grundtarif als auch bei den anderen Tarifangeboten müssten die vom Staat verlangten höheren Abgaben an die Verbraucher weitergegeben werden, sagte Rostocks Stadtwerks-Sprecher Thomas Schneider. Durch günstigere Stromeinkaufspreise hätten noch stärker steigende Strompreise verhindert werden können.

Auch bei den Stadtwerken Neubrandenburg hätten Kostensenkungen im Unternehmen den Strompreisanstieg gedämpft, teilte das Unternehmen mit. Die jetzt angekündigten höheren Tarife bei den Stadtwerken Neubrandenburg führten für einen Vier-Personen-Haushalt im Eigenheim bei einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden zu Mehrausgaben von 20 Euro, ermittelte das Unternehmen.

Bundesweit wollen 137 der mehr als 800 Grundversorger im neuen Jahr wieder höhere Stromrechnungen schreiben, ergab eine gestern vorgelegte Analyse des Vergleichsportals TopTarif – im Schnitt um 3,5 Prozent, örtlich sogar um bis zu 15,2 Prozent. Für eine Familie würden damit Mehrkosten von bis zu 189 Euro im Jahr fällig. Zugleich wollen bundesweit 20 Versorger ihre Preise um durchschnittlich zwei Prozent senken. Das entspricht einer Entlastung von rund 23 Euro, ermittelte das Verbraucherportal.

Im vergangenen Jahr waren die Energiepreise bundesweit stabil geblieben und durchschnittlich sogar um ein Prozent gefallen. Im November hatte eine vierköpfige Familie mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden elf Euro weniger als noch im Januar gezahlt, ermittelten die TopTarif-Analysten.

Grund für den neuen Preistrend sind vor allem die steigende Öko-Strom-Umlage und die Erhöhung weiterer staatlicher Abgaben. So steigen beispielsweise die Netzentgelte in einigen Regionen Deutschlands um bis zu 20 Prozent. Besonders betroffen sind u. a. die neuen Länder, da zwischen Ostseeküste und Thüringer Wald besonders hohe Netzkosten durch das große Angebot an Windenergie anfallen. Zudem erhöht sich die von allen Verbrauchern zu tragende Umlage für erneuerbaren Energien von 6,354 auf 6,88 Cent je Kilowattstunde. Die staatlichen Bestandteile des Strompreises – Steuern, Abgaben und Umlagen – lagen zuletzt bei 54 Prozent.

>> Hier geht es zur Studie von Toptarif
 

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erstellt am 18.Nov.2016 | 20:55 Uhr

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