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Mecklenburg-Vorpommern

05. Dezember 2016 | 17:41 Uhr

Energiewende : Strom wird deutlich teurer

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Kosten für Nutzung von Stromnetzen steigen auch in MV um bis zu 19 Prozent

Stromverbraucher müssen im kommenden Jahr auch in Mecklenburg-Vorpommern durchweg mit höheren Preisen rechnen. Schuld sind unter anderem die steigenden Nutzungsentgelte für die Stromleitungen der beiden großen regionalen Netzanbieter im Nordosten.

So erhöht die Wemag Netz GmbH, die vor allem im Westteil des Landes Leitungen bereitstellt, ihre Netzentgelte 2017 im Vergleich zum laufenden Jahr um 9,65 Prozent. Das geht aus einer gestern veröffentlichten Analyse des Stromanbieters Lichtblick hervor. Für Haushalte mit 3500 Kilowattstunden Jahresverbrauch könnte diese Steigerung Mehrkosten von 36 Euro bedeuten. „Die Netzentgelte machen mehr als ein Viertel des Strompreises aus und sind damit der größte Kostenblock auf der Rechnung der Verbraucher“, sagte Ralph Kampwirth von Lichtblick. Die E.dis. AG (E.on) erhöht ihre Netzentgelte sogar um knapp 19 Prozent, was für Haushalte mit 3500 Kilowattstunden Jahresverbrauch eine Steigerung um 65 Euro zur Folge haben könnte.

Was das für den einzelnen Haushalt in Euro und Cent bedeutet, ist von Ort zu Ort, je nach Haushaltsgröße und Tarif des Versorgungsunternehmens unterschiedlich.

Fest steht allerdings: Alle Verbraucher müssen zudem die erhöhte Umlage für erneuerbare Energie (EEG-Umlage) zahlen, die von 6,35 auf 6,88 Cent je Kilowattstunde im kommenden Jahr steigen wird.

Günstig wirken sich dagegen die sinkenden Beschaffungskosten für die reine Stromenergie aus. Im vergangenen Jahr kostete Strom an der Leipziger Strombörse noch 31,62 Euro je Megawattstunde, im ersten Halbjahr 2016 jedoch nur noch 24,98 Euro. Die Kosten für die Netze der regionalen Anbieter steigen im Osten Deutschlands auch deshalb, weil der Netzmonopolist 50Hertz, dem die großen Übertragungsnetze in den neuen Bundesländern gehören, Preiserhöhungen von 45 Prozent angekündigt hat. Begründet wird der Anstieg mit den Kosten für die Energiewende. 50Hertz gibt diese Kosten an die regionalen Netzbetreiber wie Wemag oder E.dis weiter, die sie dann an die Versorgungsunternehmen durchreichen.

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erstellt am 18.Okt.2016 | 12:00 Uhr

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