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Mecklenburg-Vorpommern

02. Dezember 2016 | 21:08 Uhr

Ostsee-Fangmengen für 2017 stehen : Sprotten und Scholle statt Dorsch

vom
Aus der Onlineredaktion

Befürchtete extrem starke Kürzungen blieben aus. Quoten auch für Angler

Viele Ostseefischer sahen sich schon vor dem Aus. Der Grund: Wissenschaftler und EU-Kommission hatten eine drastische Senkung der Dorsch-Fangmengen vorgeschlagen. Ganz so dicke kommt es für die Fischer nun nicht. Ein Überblick von Martina Herzog:

Was kommt auf die Ostseefischer zu?

Im Westen sinkt die Dorsch-Fangmenge um 56 Prozent gegenüber 2016, in der östlichen Ostsee um 25 Prozent. In der Diskussion war ursprünglich eine deutlich stärkere Kürzung um 88 Prozent im Westen – viele Fischer sahen sich vor dem Aus. Hinzu kommen eine Ausweitung der Fangverbote für die westliche Ostsee um zwei auf acht Wochen. Dies soll die Bestände in der Laichsaison schonen.

Was ist mit anderen Fischbeständen?

Es gibt mehr Scholle, allerdings bei einer niedrigen Ausgangsmenge: Die Quote verdoppelt sich für die gesamte Ostsee nahezu auf 7862 Tonnen. Die Heringsquote klettert im Westen um 8 Prozent.

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Wie werden solche Quoten festgelegt?

Zuerst legen Wissenschaftler ihre Einschätzung zum Zustand der Bestände vor. Auf dieser Grundlage macht die EU-Kommission Vorschläge zu Fangmengen für das Folgejahr. Schließlich handeln die EU-Staaten die Quoten in oft zähen Verhandlungen miteinander aus – im Oktober nur für die Nordsee, im Dezember für Nordsee, Atlantik und auch für das Schwarze Meer.

Ist das nicht alles kurzfristig gedacht?

Umweltschützer sehen das so. Sie sprechen von „politischen Quoten“. Die EU hat das Problem auch erkannt und ihre Fischereipolitik 2013 grundsätzlich umgekrempelt. Bis spätestens 2020 sollen alle Bestände auf einem langfristig verträglichen Niveau befischt werden.

Was ist eigentlich mit Freizeitfischern?

Wer zum Vergnügen angelt, muss sich umstellen. Erstmals führt die EU auch hier Quoten ein, da Freizeitfischer ähnlich viel Dorsch angeln wie Berufsfischer. In der Laichsaison im Februar und März dürfen sie höchstens drei Dorsche pro Tag angeln, im Rest des Jahres fünf.

 

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