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Mecklenburg-Vorpommern

10. Dezember 2016 | 02:07 Uhr

Bildung MV : Sozialarbeit an Schulen verstärken

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Netzwerk gegen Kinderarmut fordert mehr Bildungsförderung

Die Landesregierung soll sich nach dem Willen des überparteilichen Netzwerkes gegen Kinderarmut in MV bei der Bundesregierung für die Förderung höherer Bildungsabschlüsse für alle Kinder einsetzen. „Wir möchten, dass so viele Kinder wie möglich auch aus Hartz-IV- oder Aufstockerfamilien Abitur machen, damit sie sich aus den sozial schwachen Verhältnissen herauslösen können“, sagte der Bundesvorsitzende der Deutschen Kinderhilfe, Rainer Becker, am Samstag in Rostock. Für diesen Zweck müsse das sogenannte Bildungs- und Teilhabepaket erweitert werden. Zum Netzwerk gehören unter anderem die Volkssolidarität, AWO, die Kinderhilfe, der Kinderschutzbund oder der Landesjugendring.

In Mecklenburg-Vorpommern leben laut Becker rund 25 Prozent aller Kinder in Armut. Allerdings sei die Datenbasis sehr schwach. Von den 236 200 Kindern im Nordosten stammten 49 000 aus Hartz-IV-Haushalten. Diese Zahl sei zwar leicht rückläufig. Allerdings müssten die Kinder dazugezählt werden, die aus sogenannten Aufstocker-Familien stammen. Dies bedeutet, dass die Eltern nicht genügend verdienen und von Sozialleistungen abhängig sind.

Becker kritisierte die aktuelle Diskussion um die Zukunft der Schulsozialarbeit. Die Sozialarbeiter trügen erheblich zur Hilfe für arme Kinder bei, wenn es etwa darum gehe, die im Bildungs- und Teilhabepaket bereitstehenden Gelder auszuschöpfen. Derzeit spreche die Landesregierung davon, dass der Bedarf an Schulsozialarbeitern evaluiert werden soll. „Evaluieren heißt, dass man versuchen wird, deren Zahl zu reduzieren“, so Becker. Dabei werde bei der großen Zahl an armen Kindern viel mehr Schulsozialarbeit benötigt.

Das Netzwerk rief die neue rot-schwarze Landesregierung dazu auf, der Bekämpfung von Kinderarmut eine besondere Bedeutung zukommen zu lassen. „Wir fordern, dass insbesondere Kinder-und Jugendarmut zum politischen Thema der Landesregierung wird“, sagte der AWO-Landesvorsitzende Rudolf Borchert, selbst SPD-Mitglied und bis zur vergangenen Legislaturperiode Landtagsabgeordneter. Je weiter die Verarmung und Ausgrenzung von Kindern und ihren Familien voranschreite, umso stärker seien der soziale Zusammenhalt und letztlich auch die Demokratie gefährdet.

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erstellt am 24.Okt.2016 | 11:45 Uhr

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