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Mecklenburg-Vorpommern

11. Dezember 2016 | 11:02 Uhr

Kampagne : Smartphone contra Kind

vom
Aus der Onlineredaktion

Kampagne will mehr Aufmerksamkeit für die Kleinsten. Eltern lassen häufig kaum den Blick vom Display

Im Ringen um die Aufmerksamkeit der Eltern ziehen Kleinkinder gegen Smartphones offenbar immer häufiger den Kürzeren. „Erzieherinnen beobachten zunehmend, dass Eltern ihre Kinder abholen, den Blick kaum vom Display lassen und nicht danach fragen, wie der Tag ihrer Kleinen war“, sagte Birgit Grämke von der Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen.

Diese Entwicklung sei Grund für die Kampagne „Medien-Familie-Verantwortung“, die landesweit am 20. Oktober startet. Sie solle gezielt junge Eltern ansprechen und dafür werben, „Auszeiten“ vom Smart-
phone zu nehmen und den Kindern uneingeschränkte Aufmerksamkeit zu schenken. „Kinder brauchen den Kontakt, sie brauchen Lob, Anregung, Motivation und Ermunterung von ihren Eltern. Das ist durch nichts zu ersetzen“, betonte Sozialministerin Birgit Hesse (SPD).

Laut Grämke werden in Gaststätten etwa 30 000 CityCards mit Hinweisen zum Thema ausgelegt. In Rostock habe man mit solchen Verbreitungswegen gute Erfahrungen gemacht. Zudem sollen Plakate in Kitas auf das Problem der Smartphone-
Fixierung hinweisen. „Unsere Hoffnung ist, dass damit Erzieher und Eltern auch leichter über das Thema ins Gespräch kommen“, sagte Grämke. Der Bedarf von Seiten der Kita-Mitarbeiter sei groß. Für sie gebe es parallel auch Fortbildungsangebote. Die Kosten der Kampagne in Höhe von rund 5000 Euro werden gemeinsam finanziert vom Diakoniewerk Kloster Dobbertin, der Bundesinitiative Frühe Hilfe und dem Bundesfamilienministerium.

Nach Einschätzung Grämkes kann von Smartphones eine beachtliche Suchtgefahr ausgehen. Deshalb sei es wichtig, dass Eltern mit der neuen Technik ein gutes Beispiel vorleben. Mit Sorge beobachte sie allerdings, dass schon Kita-Kinder Smartphones mit in die Einrichtung brächten und die Geräte auch in mancher Zuckertüte steckten. „In der vierten Klasse haben 80 Prozent der Schüler ein Smartphone“, sagte Grämke.

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