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Mecklenburg-Vorpommern

08. Dezember 2016 | 17:00 Uhr

Bevölkerungsentwicklung : Seit der Wende verließen 300.000 Menschen MV

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nur Zuzug hält Zahl der Einwohner derzeit stabil

Go West: 27 Jahre nach der Öffnung der deutsch-deutschen Grenze verlassen noch immer Mecklenburger und Vorpommern auf der Suche nach besseren Arbeits- und Lebensbedingungen ihr Land. Ende 2015 hat die Rekordzuwanderung von Menschen aus dem Ausland besonders aus Syrien die Bevölkerungszahl im Nordosten zwar wieder steigen lassen – um 13  200. Damit kletterte die Einwohnerzahl in MV nach zwei Jahren wieder über die 1,6-Millionen-Marke. 1990 hatten noch 1,95 Menschen zwischen Elbe und Oder-haff gelebt. Bis zum Jahr 2030 müsse in den neuen Ländern mit einem weiteren Bevölkerungsrückgang gerechnet werden, beurteilte die Bundesregierung in ihrem jüngsten Bericht zum Stand der Deutschen Einheit.

Vor allem die im Bundesvergleich nach wie deutlich niedrigeren Löhne und die höhere Arbeitslosigkeit in MV lassen viele wegziehen. Mehr als 38 000 kehrten dem Land im vergangenen Jahr den Rücken, ermittelte das Statistische Amt. „Solange die Arbeitgeber in Mecklenburg-Vorpommern mit unterdurchschnittlichen Löhnen und Ausbildungsvergütungen die Arbeitnehmer von heute und morgen abschrecken, wird Arbeit wandern“, kritisierte Ingo Schlüter, Vize des Gewerkschaftsdachverbandes DGB Nord. „Das Land wird nur stark, wenn es attraktiv und solidarisch ist.“

Allerdings: Im vergangenen Jahr ließen sich auch deutlich mehr Menschen in MV nieder – 58  200, die höchste Zahl seit 1990. Mehr als zwei Jahrzehnte nach dem Mauerfall verfügen die Mecklenburger und Vorpommern nach wie vor über deutlich weniger Einkommen als im Bundesdurchschnitt. Jeder Einwohner in MV konnte 2014 in MV auf durchschnittlich 17 486 Euro zurückgreifen. Im deutschen Durchschnitt waren es dagegen 21117 Euro.
 

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erstellt am 09.Nov.2016 | 06:00 Uhr

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