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Mecklenburg-Vorpommern

29. September 2016 | 03:37 Uhr

Prozess in Schwerin : Sechseinhalb Jahre für Missbrauch

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schweriner Jugendarbeiter zur Haftstrafe von sechseinhalb Jahren verurteilt

Weil er vielfach Kinder missbraucht und einen siebenjährigen Jungen zehn Mal vergewaltigt hat, muss der einst führende Kopf des Schweriner Jugendtreffs „Power for Kids“ für sechs Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Das Schweriner Landgericht bescheinigte dem 41 Jahre alten Peter B. gestern in seinem Urteil, dass er seine starke Stellung in dem Verein genutzt habe, um an junge Sexualpartner heranzukommen. Der Vorsitzende Richter Armin Lessel widersprach allerdings der Behauptung der Staatsanwaltschaft und der Nebenklägerin, B. habe den Verein gezielt dafür gegründet und entsprechend organisiert. „Das täte den anderen Vereinsmitgliedern Unrecht“, so der Richter. Viele Zuschauer und betroffene Eltern waren von dem Urteil enttäuscht. Ihrer Meinung nach hätte es höher ausfallen müssen.

Peter B. gehörte im Jahr 2000 zu den Gründern des Vereins. Insgesamt hatte die Staatsanwaltschaft ihm 62 Taten vorgeworfen, die er von 2009 an bis zu seiner Verhaftung im Sommer 2015 begangen hat. Seine 15 Opfer, ausnahmslos Jungen, waren zwischen sieben und dreizehn Jahre alt. Einige Fälle wurden während des Verfahrens eingestellt. Dennoch hatte die Staatsanwaltschaft eine um ein Jahr höhere Strafe gefordert, als das Gericht sie verhängte. Peter B.‘s Verteidiger verzichtete darauf, eine aus seiner Sicht angemessene Strafe zu benennen.

Peter B. gestand die Vorwürfe gegen ihn am ersten Prozesstag im Januar pauschal ein. Zu Details äußerte er sich aber nicht. Dennoch hat das Geständnis die Höhe der Strafe abgemildert. Lessel sagte, dadurch sei den Kindern die große Belastung erspart geblieben, vor Gericht als Zeugen aussagen und auf eine „peinliche Befragung“ zu Einzelheiten der Taten antworten zu müssen. Zum Prozess kamen zahlreiche Zuschauer. Viele Eltern saßen als Nebenkläger auf kurze Distanz Auge in Auge mit Peter B., der sein Gesicht aber ständig zu verdecken versuchte. Auch zwei der Jungen, die B. missbraucht hatte, waren ins Gericht gekommen.

Voraussichtlich wird es einen weiteren Prozess gegen Peter B. geben. Einige der betroffenen Kinder haben inzwischen bei der Polizei neue schwere Vorwürfe erhoben und Anzeige erstattet. Außerdem sollen sich weitere Opfer gemeldet haben.


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erstellt am 10.Feb.2016 | 20:55 Uhr

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