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Mecklenburg-Vorpommern

25. Juni 2016 | 23:16 Uhr

Fernbusverkehr : Schwerin muss auf Postbus warten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ostseebäder profitieren von geplanter Ausweitung des Liniennetzes nach Ausstieg des ADAC

Zwei Jahre nach der Freigabe des Fernbusverkehrs in Deutschland kündigt Postbus einen deutlichen Ausbau seines Netzes an. Der Nordosten profitiert allerdings lediglich von neuen Routen Richtung Ostsee.

Bisher ist das Liniennetz von Postbus recht übersichtlich: Vor allem im Osten Deutschlands sind die gelben Busse mit wenigen Ausnahmen nur auf Linien Richtung Berlin unterwegs. Wenige Wochen nach dem Ausstieg des ADAC aus dem gemeinsamen Unternehmen kündigte die Post aber eine Verdopplung des Angebots an. „Wir weiten unser Netz ab 13. Mai deutlich aus“, sagte der Bereichsvorstand Brief der Deutschen Post, Achim Dünnwald, in Berlin. Statt der bisher 60 sollen dann rund 120 Städte und Orte angefahren werden.

So plant die Post zwei Linien, die von Berlin aus an die Küste führen – einmal über Pasewalk zu den Ostseebädern auf Usedom, zum anderen über Malchow und Rostock nach Bad Doberan und Kühlungsborn. Bisher fahren die gelben Busse nur auf einer West-Ost-Verbindung von Hamburg über Rostock bis Zinnowitz.

Der Westen des Bundeslandes bleibt vorerst weiterhin Postbus-freie Zone. Als einzige deutsche Landeshauptstadt wird Schwerin auch ab Mai nicht angefahren, ebenso wie Wismar. Für Schwerin gibt es Hoffnung: „Wir planen, die Stadt noch dieses Jahr ans Netz zu nehmen. Das soll in einer zweiten Ausbaustufe ab Herbst geschehen“, verkündet Post-Sprecherin Anke Blenn auf Nachfrage.

„Der Markt wird weiter dynamisch wachsen“, gibt sich Dünnwald überzeugt. Bis Ende März sollen alle 60 Busse statt des ADAC-Schriftzugs das Posthorn tragen. Freilich liegt der Marktanteil des Unternehmens bei lediglich knapp zehn Prozent. Wenn ab Mai die Postbusse auf 16 Linien unterwegs sind, nimmt sich das weiterhin bescheiden aus gegen MeinFernbus und Flixbus, die zu Jahresbeginn ihre Fusion bekanntgaben und zusammen drei Viertel des deutschen Fernbusmarkts beherrschen.
Der Marktführer kündigte ebenfalls eine deutliche Expansion an: Mehr als 50 neue Linien sollen in diesem Jahr starten. Welche Orte künftig neu angefahren werden, wollte das Unternehmen auf Anfrage noch nicht mitteilen.

Derzeit sei man dabei, die ehemals getrennten Streckennetze und Fahrpläne von MeinFernbus und Flixbus zusammenzulegen und zu optimieren. Die ersten 50 Busse fahren schon mit dem neuen gemeinsamen Design.

Ob die Preise mittelfristig so niedrig wie bisher bleiben werden, ist allerdings fraglich. „Damit das Angebot nachhaltig bleibt, muss sich am Preisniveau in der Branche was tun“, sagt Post-Brief-Vorstand Dünnwald. Schon heute liegt Postbus bei den Fahrpreisen etwas höher als die Konkurrenz.


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