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Mecklenburg-Vorpommern

09. Dezember 2016 | 14:32 Uhr

Radioprogramm : Schlager ist beliebter denn je

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Oliver Dunk, Chef von Radio B2 erklärt, warum er mit seinem Sender nach MV will

Der Berliner Rundfunksender Radio B2 hat sich eins ganz groß auf die Fahne geschrieben: deutschen Schlager. Keine andere Musik kommt B2-Chef Oliver Dunk ins Programm. Genau mit diesem Konzept will der Sender nun nach Mecklenburg-Vorpommern. Warum, erzählte Dunk Redakteurin Lisa Kleinpeter.

Sie haben sich auf alle neu zu vergebenen Frequenzen in Mecklenburg-Vorpommern beworben – warum?

Dunk: Radio B2 hat bereits in MV viele Fans, die uns über Kabel und Satellit einschalten. Es gibt jedoch keinen besseren Verbreitungsweg fürs Radio als UKW. Kabel und Satellit sind für mobilen Empfang nicht geeignet, und um das Internet ist es auf dem Land häufig schlecht bestellt. Wir haben von einem Beratungsunternehmen die Potenziale eines Schlager-Radios in MV analysieren lassen. Eines der Ergebnisse ist: Ein Musikprogramm mit nur oder hauptsächlich Schlagermusik würde in MV in eine eindeutige Marktlücke stoßen und einen nicht unerheblichen Anteil der jüngeren und einen großen Anteil der älteren Bevölkerung bedienen.


Sie spielen nur deutschen Schlager – warum?

Schlager ist nach internationaler Popmusik und Oldies die drittbeliebteste Musikrichtung in Deutschland. Und was ist Schlager? Übersetzt man das Wort ins Englische, heißt es „Hit“. Viele verbinden mit dem Begriff Schlager Musik, die man in den 1970ern gehört hat. Heute ist Schlager der neue Pop. Man sieht es zum Beispiel an der Besetzung der Jury von „Deutschland sucht den Superstar“. Sie ist auf Schlager fokussiert. Michelle, Vanessa Mai und auch Dieter Bohlen stehen für Schlager. Bohlen produziert übrigens Vanessa Mai, Fantasy und letztlich sogar Schlager-Ikone Andrea Berg.
Könnten Sie aber nicht noch mehr Hörer erreichen, wenn Sie das Programm beispielsweise mit internationaler Popmusik ergänzen würden?
Das funktioniert eben nicht, wie auch der NDR erkannt hat. Das ist eben so, als wenn Sie eine Schokolade aufmachen und finden dann neben Schokolade auch Gummibärchen und Bonbons in der Tafel. Radiosender brauchen eine klare Positionierung. Produkte ohne klare Identität werden nicht akzeptiert und sorgen für den Abschaltfaktor. Wer alles will, wird am Ende nichts haben. Es ist wichtig, eine Radiostation durchhörbar zu machen. Und das sind wir. Wenn wir in MV senden dürfen, wird es einen modernen, identitätsstiftenden Sender mit einem journalistischen Programmanteil fürs Land geben.


Sie halten am Schlager fest. Andere Sender sind der Meinung, dass diese Musik Abschalter sind.

Die Aussage von NDR-Chefin Elke Haferburg wird nicht richtiger, je häufiger sie diese wiederholt. Ein weiteres Ergebnis unserer Marktanalyse zeigt nämlich, dass rund ein Viertel der Mecklenburger und Vorpommern in dem derzeitigen Radio-Programm keine musikalische Heimat findet. Bei einer Umfrage kam raus: 55 Prozent der Deutschen mögen Schlager. Nicht nur bei Partys und Konzerten, sondern auch im Radio. Es kommt eben auf die Mischung an.


Lässt sich dieser Trend auch an Ihren Hörerzahlen ablesen?

Unser Sender ist noch sehr jung. Wir sind vor drei Jahren bei Null gestartet. Inzwischen schalten uns mehr als eine viertel Million Menschen regelmäßig ein.

Schlager hatte schon früher einmal einen starken Einbruch in der Beliebtheit. Kann das wieder passieren?

Ein klares Nein! Die 14- bis 19-Jährigen finden immer häufiger Gefallen am Schlager. Der Anteil der Hörer dieser Altersgruppe stieg von 2004 bis 2014 fast kontinuierlich von 14 auf 19 Prozent. Dies belegt, dass Schlager-Hören kein kurzfristiger Trend ist und offensichtlich auch in jüngeren Zielgruppen eine wachsende Zahl von Fans verzeichnen kann. Zudem gibt es viel bessere Künstler als vor 20 Jahren und die Musik hat sich weiterentwickelt zum Pop-Schlager. Letztlich hat sich auch der Radiomarkt verändert, der saubere Positionierungen fordert.



 

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erstellt am 26.Mär.2016 | 05:00 Uhr

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