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Mecklenburg-Vorpommern

30. September 2016 | 18:53 Uhr

Ahlbeck : Rettungsschwimmer am Strand beschimpft

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schön, aber gefährlich: In der Ostsee sind in den vergangenen Tagen mehrere Menschen ertrunken. Die von der DLRG verhängten Badeverbote werden von vielen Strandbesuchern einfach ignoriert.

Das von Rettungsschwimmern verhängte Badeverbot an der Ostsee ist bei einem Teil der Badegäste auf Unverständnis gestoßen. Nach Beschwerden von Urlaubern musste die Polizei am Montag die Helfer am Strand von Ahlbeck auf der Insel Usedom unterstützen. Wie ein Polizeisprecher gestern sagte, hatte ein Badegast die Rettungsschwimmer lautstark wegen des Badeverbots beschimpft. Als zwei Beamte am Strand eintrafen, war der Urlauber bereits verschwunden. Die Polizisten hätten aber die Gelegenheit genutzt, um mit den Lebensrettern die Badegäste am Strand über die Beflaggung und das Badeverbot aufzuklären.

Nach zwei Tagen mit roter Flagge wurde gestern an den Stränden von Usedom – etwa in Ahlbeck und Heringsdorf – sowie auf Rügen wie etwa in Sellin das Badeverbot aufgehoben. Gelbe Flaggen wurden gehisst. Das bedeute, dass das Baden erlaubt sei, hieß es – allerdings nur für geübte Schwimmer. Die Wellen hatten dort gestern noch eine Höhe von bis zu einem Meter.

Wie der Wasserwacht-Schichtleiter auf dem Ahlbecker Rettungsturm, Marco Püschl, berichtete, reagierten viele Urlauber in den vergangenen Tagen mit Unverständnis auf das Badeverbot. Auch in Sellin kam es nach Angaben des DLRG-Wachleiters Peter Prussakowski am Montag zu unschönen Szenen: Die Badegäste hätten sich uneinsichtig gezeigt und die Rettungsschwimmer teilweise mit „Verbalattacken unter der Gürtellinie“ beschimpft. „Aber es gibt auch Gäste, die die Arbeit der Rettungsschwimmer anerkennen“, sagte Prussakowski. So hätten manche Kuchen oder Eis vorbeigebracht. Drei der Männer, die die Retter vor Sellin aus dem Wasser gezogen hatten, hätten sich bedankt. Am Wochenende waren bei Badeunfällen in MV sechs Menschen ums Leben gekommen.

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