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Altersarmut in MV : Rentner: Zu wenig Geld für Urlaub

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Altersarmut nimmt auch im Nordosten zu

In Deutschland können sich 2,7 Millionen Ruheständler nach eigener Einschätzung eine Woche Urlaub jährlich woanders als zu Hause nicht leisten. 3,8 Millionen Menschen im Ruhestand haben zudem Probleme, unerwartete Ausgaben in Höhe von mindestens 980 Euro aus eigenen finanziellen Mitteln zu bestreiten. Mehr als jeder fünfte Ruheständler ist damit betroffen.

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Außerdem berichten 1,2 Millionen Menschen im Ruhestand von finanziellen Schwierigkeiten, die dazu führten, dass sie nicht mindestens jeden zweiten Tag eine vollwertige Mahlzeit einnehmen könnten. Das geht aus Zahlen zur sogenannten „materiellen Entbehrung“ hervor, die von Linken-Fraktionsvize Sabine Zimmermann beim Statistischen Bundesamt angefordert worden sind und unserer Berliner Redaktion vorliegen. Die Befragungsergebnisse beziehen sich auf das Jahr 2015. Zimmermann forderte Konsequenzen. „Die materielle Situation von vielen Menschen im Ruhestand ist prekär und von Entbehrungen gekennzeichnet“, so Zimmermann.

Altersarmut ist in Mecklenburg-Vorpommern bislang noch ein deutlich kleineres Problem als in alten Bundesländern. 2015 haben im Nordosten 6500 Senioren im Rentenalter Grundsicherung im Alter bezogen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, erhielten damit im Durchschnitt 17 von 1000 Senioren Grundsicherung. Im Bundesdurchschnitt sind es 29 von 1000 Senioren. Das liegt daran, dass in der DDR auch Frauen lange berufstätig waren und eine entsprechende Rente beziehen. Durch die hohe Arbeitslosigkeit nach der Wende ändert sich allerdings der Trend zu Ungunsten des Ostens in den kommenden Jahren.

 

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erstellt am 13.Mär.2017 | 05:00 Uhr

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