zur Navigation springen

Mecklenburg-Vorpommern

29. Juli 2016 | 06:02 Uhr

„Weisse Wölfe Terrorcrew“ verboten : Razzia gegen rechtsextremen Verein auch in MV

vom

In zehn Bundesländern werden Wohnungen durchsucht. Die „neonazistische“ Gruppierung ist auch in Mecklenburg-Vorpommern aktiv.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat heute den rechtsextremistischen Verein „Weisse Wölfe Terrorcrew“ verboten. Am Morgen wurden in zehn Bundesländern Wohnungen führender Mitglieder durchsucht, wie das Ministerium mitteilte. Beamte des Landeskriminalamts haben auch eine Wohnung in Wismar durchsucht. Das teilte ein Sprecher des Innenministeriums in Schwerin mit. Unter anderem in Hamburg wurden auch Waffen gefunden. Sichergestellt wurden unter anderem Wurfsterne, eine Armbrust und Kleinkaliberwaffen, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) in Berlin.

Im Vergleich zu anderen Neonazis tritt die „Weisse Wölfe Terrorcrew“ ungewöhnlich offensiv und aggressiv auf, bestätigt der Hamburger Verfassungsschutz bereits 2011.

Von den Durchsuchungen betroffen waren 15 Objekte und 16 Personen. „Dieser Verein ist eine Vereinigung von Neonazis, die offen und aggressiv Hetze betreiben gegen unseren Staat, gegen unsere Gesellschaft, gegen politisch Andersdenkende, gegen Migranten, auch gegen Polizisten“, sagte der Minister während einer Pressekonferenz. „Dieser Verein bekennt sich offen zu den Werten des Nationalsozialismus und möchte eine Diktatur nach diesem Vorbild errichten. Dieses Ziel soll mit allen Mitteln durchgesetzt werden.“ 

Der harte Kern der Gruppe umfasse 25 Personen, der Rädelsführer stamme aus Hamburg, sagte er. Das Verbot des Vereins sei ein deutliches Zeichen gegen den Rechtsextremismus in Deutschland und ein wichtiger Schritt gegen Hass aus der rechten Szene, sagte de Maizière. Der Staat dulde keine fremdenfeindliche Hetze und Parolen „und schon gar keine Gewalt“.

Laut dem Verfassungsschutzbericht 2014 ist die „neonazistische“ Gruppierung bundesweit aktiv. Demnach waren Mitglieder unter anderem im Februar des Jahres an einem Angriff im Hamburger Hauptbahnhof auf Angehörige der linken Szene beteiligt. Die „Weiße Wölfe Terrorcrew“, benannt nach der nordrhein-westfälischen Skinheadband „Weisse Wölfe“, tauchte erstmals im Jahr 2008 mit einer eigenen Sektion in Hamburg auf - damals noch weitgehend ohne ideologischen Hintergrund.

Bereits 2009 hat die Polizei in mehreren Bundesländern Wohnungen von Mitgliedern der „Weisse Wölfe Terrorcrew“ durchsucht. Den damals 23 Verdächtigen wurden unter anderem Verstöße gegen das Uniformverbot vorgeworfen. Bei den Durchsuchungen von 13 Objekten in Hamburg, Niedersachsen, Brandenburg, Berlin und Nordrhein-Westfalen wurden unter anderem CDs, Computer und T-Shirts sichergestellt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen