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Mecklenburg-Vorpommern

30. September 2016 | 06:56 Uhr

Polizeieinsatz in Lutheran : Prozess gegen Schussopfer erst 2017

vom
Aus der Onlineredaktion

Richter spricht von sehr komplexem Verfahren

Die Anklage ist erhoben - aber ein Prozess wird vorerst nicht stattfinden: Der im Februar bei einem missglückten Polizeieinsatz in Lutheran angeschossene Autofahrer wird sich voraussichtlich erst im kommenden Jahr vor Gericht verantworten müssen. Es sei sehr unwahrscheinlich, dass der Fall noch vor Ablauf des Jahres verhandelt werde, teilte der Ludwigsluster Amtsgerichtsdirektor Andreas Merklin mit.

Das Verfahren gegen den 27 Jahre alten Mann, der bei der Fahndung nach einer Rotlichtgröße verwechselt wurde und durch den Schuss eines Polizisten ein Auge verlor, ist laut Merklin sehr komplex und die Anklage umfangreich. Es seien bislang rund 50 Zeugen vorgesehen. Derzeit prüft das Gericht die Unterlagen und Akten zu dem Fall. Über einen konkreten Eröffnungstermin für den Prozess werde voraussichtlich Mitte Oktober entschieden, teilte der Gerichtsdirektor weiter mit .

Die Staatsanwaltschaft hatte den jungen Mann Anfang August angeklagt. Ihm wird gefährliche Körperverletzung, gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte vorgeworfen.

Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wollte der 27-Jährige beim Einsatz eines Mobilen Einsatzkommandos (MEK), das ihn fälschlicherweise für einen gesuchten Straftäter hielt, mit seinem Wagen eine Sperre aus Zivilfahrzeugen der Polizei durchbrechen und verletzte dabei einen Beamten. Zwei Polizisten reagierten mit Warnschüssen, ein Dritter gab laut Staatsanwaltschaft in „Nothilfe “ einen gezielten Schuss ab, der den Fahrer in den Kopf traf. Die Ermittlungen gegen den Schützen wurden eingestellt. Zur Verwechslung war es gekommen, weil der Angeklagte am Tag des Einsatzes in einem geliehenen Auto des Gesuchten unterwegs war. Der Anwalt des Schussopfers hatte die Ermittlungen als einseitig kritisiert. Die Beamten hätten Zivilsachen getragen und seien nicht als Polizisten zu erkennen gewesen. Sein Mandant habe an einen Überfall geglaubt.

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erstellt am 22.Sep.2016 | 20:55 Uhr

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