zur Navigation springen

Mecklenburg-Vorpommern

08. Dezember 2016 | 01:11 Uhr

Vorpommern : Politiker kritisieren Kreisgebietsreform

vom
Aus der Onlineredaktion

Nach der Kritik an der Kreisgebietsreform werden immer mehr Stimmen zur Korrektur und Stärkung der ländlichen Räume laut. „Die Kreisgebietsreform war ein Fehler“, sagte Greifswalds Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne). Ziel müsse es jetzt sein, die Entscheidungen wieder näher zum Bürger zu bringen. Er unterstütze den Vorschlag des Greifswalder Geografieprofessors Helmut Klüter nach einer Regionalkonferenz für Vorpommern.

Auch der Bürgermeister von Anklam, Michael Galander, hält Korrekturen nach der Kreisgebietsreform für erforderlich. Der Landrat von Vorpommern-Rügen, Ralf Drescher, und Stralsunds Oberbürgermeister Alexander Badrow (beide CDU) forderten die Landesregierung auf, die Wirtschaftsentwicklung im östlichen Landesteil zu stärken und das geplante Mittelstands-Kompetenzzentrum in Vorpommern zu errichten. „Grund- und Mittelzentren leiden stark unter der Kreisgebiets- und nachfolgenden Gerichtsreform“, sagte Galander.

Nach dem Verlust des Kreissitzes an Greifswald und dem Weggang des Amtsgerichtes habe es wie in anderen Mittelzentren einen „Sogeffekt“ gegeben. „Institutionen wie Versicherungen und Krankenkassen passen ihre Strukturen an den neuen Kreis an.“ Galander forderte darum, Grund- und Mittelzentren wieder zu stärken. Um Korrekturen an der Kreisgebietsreform vorzunehmen, müsse aber zunächst das Land selbst Nachbesserungsbedarf erkennen.

Besonders problematisch für Anklam sei, dass mit dem AfD-Mitglied Matthias Man-thei für den Wahlkreis nur noch ein Abgeordneter im Landtag sitze. Die Direktkandidaten der CDU und SPD kamen nicht über einen Listenplatz in den Landtag. Die Grünen scheiterten an der Fünf-Prozent-Hürde. „Wir wissen als Kommunalpolitiker nicht, wie wir uns verhalten sollen“, sagte Galander. „Sollen wir jetzt über den AfD-Abgeordneten unsere Probleme in den Landtag tragen?“

Nach Angaben des Greifswalder Geografieprofessors hat der Ostteil des Landes besonders unter der Kreisgebietsreform gelitten. Während im Westteil zwei Gebietskörperschaften zusammengelegt wurden, seien es im Ostteil drei oder vier gewesen. Im Osten gibt es zudem keine kreisfreie Stadt mehr.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen