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Politik MV

29. September 2016 | 12:09 Uhr

Social Web : Städte scheuen Facebook

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Neuland soziale Netzwerke – die Kommunen im Land sind noch verhalten im Social-Web unterwegs

Soziale Netzwerke leben vom Mitmachen. Doch viele Städte und Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern tun sich noch schwer mit dem Social-Web. „Noch immer gibt es zum Beispiel rund um Facebook offene Rechtsfragen“, erklärte Rostocks Stadtsprecher Ulrich Kunze. „Dennoch ist klar, dass soziale Medien durchaus genutzt werden und gerade in Fällen von Krisenkommunikation als äußerst effektiver Informationskanal in Erscheinung getreten sind.“ Diese Kanäle müssten aber professionell betrieben werden, den Kommunen fehlten hierfür oft Ressourcen und Personal, meinte der Sprecher.

Nötig seien klare Handlungsempfehlungen in Form von Geschäftsanweisungen oder Dienstvereinbarungen für die Angestellten der Stadt. „Soziale Medien sind ja kein gesetzes- und regelungsfreier Raum“, betonte der Sprecher. Es sei nie auszuschließen, dass es „Trittbrettfahrer“, also Missbrauch der Seiten gibt.

Die Pressestelle Rostocks nutze Twitter daher bisher nur in besonderen Situationen wie bei Wahlen oder dem Sturm Anfang Januar. Dabei stehe die schnelle Medienkommunikation im Vordergrund. „Aber wir bauen uns natürlich mit jedem Tweet einen ständig wachsenden Stamm an Followern auf“, sagte Kunze. Facebook-Präsenzen teste die Stadtverwaltung für kulturelle Events wie die Hanse Sail oder das Projekt Ehrenamts-Card.

Auch Stralsund nutzt Facebook und Twitter lediglich als ergänzendes Informationsmittel, jedoch nicht primär, wie ein Sprecher betonte. Insbesondere Bürger der Altersgruppe zwischen 20 und 40 Jahren könnten so besser erreicht werden. Allerdings hätten fast keine Mitarbeiter der Stadtverwaltung einen eigenen dienstlichen Zugang zu Facebook. Missbrauch könne niemals ausgeschlossen werden, etwa wenn jemand im Namen der Stadt twittert, erklärte der Sprecher.

Offener geht die Hansestadt Greifswald mit den sozialen Netzwerken um. Seit März 2011 sei die Stadt bei Facebook angemeldet. „Als Universitätsstadt wollen wir so besser Jugendliche und Studenten erreichen, die hauptsächlich über diese Netze kommunizieren“, sagte Sprecherin Andrea Reimann. Auch viele ehemalige Greifswalder, die fortgezogen sind, nutzten das Angebot. „Wir haben bisher eigentlich nur gute Erfahrungen gemacht, wir mussten noch nie einen Kommentar löschen“, meinte Reimann. Verwaltet werde die Seite von der Pressestelle der Stadt, nur deren Mitarbeiter könnten Meldungen einstellen.

Schwerin hat das Fremdeln im Netz offenbar abgelegt. Seit 2010 gibt es diverse Facebook-Auftritte kultureller Einrichtungen wie auch eine eigene Social-Web-Präsenz der Stadt. „Die Landeshauptstadt hat da eine sehr offene Philosophie: Einrichtungen wie das Stadtarchiv oder das Konservatorium sprechen via Facebook ihre eigenen Communitys an, die nicht allein über den städtischen Internetauftritt bedient werden können“, erklärte Sprecherin Michaela Christen.

„Nachrichten im Social-Web haben eine viel größere Reichweite und kommen vor allem bei jungen Leuten gut an.“ So sei Facebook für das Gewinnen von Nachwuchs bestens geeignet, betonte die Sprecherin. Stellenausschreibungen für die Berufsfeuerwehr oder für eine Ausbildung in der Stadtverwaltung würden daher ebenso auf Facebook gepostet wie sicherheitsrelevante Meldungen über Bombenfunde, Trinkwasserverunreinigungen oder Straßensperrungen. Für die Betreiber der Auftritte gebe es Dienstanweisungen und Verhaltensrichtlinien. Die Facebook-Seite der Stadtverwaltung allein habe bereits fast 1100 „Freunde“.

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