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Politik MV

09. Dezember 2016 | 12:42 Uhr

Gesundheitswesen : Engpässe bei Impfstoffen auch in MV

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Tetanus, Diphterie, Keuchhusten und Polio betroffen

Bei 24 Impfstoffen gibt es in Deutschland aktuell Lieferengpässe, wie aus einer im Internet veröffentlichten Übersicht des Paul-Ehrlich-Instituts hervorgeht. Betroffen sind unter anderem Impfstoffe gegen Grippe, Kinderlähmung, Diphterie und Tetanus. Für einzelne Präparate wird erst 2017 wieder Nachschub erwartet, für andere in den nächsten Monaten.

Temporäre Engpässe bei einigen Impfstoffen – insbesondere gegen Tetanus, Diphterie, Keuchhusten und Poliomyelitis – gibt es nach Auskunft des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lagus) ebenso in Mecklenburg-Vorpommern, sowohl bei niedergelassenen Ärzten als auch im öffentlichen Gesundheitsdienst. Keine Engpässe gibt es hierzulande bei Grippeimpfstoffen.

Die Ursachen für die Lieferprobleme bei einzelnen Präparaten lägen häufig im produktionstechnischen Bereich der Pharmafirmen, so Dr. Martina Littmann, Leiterin der Gesundheitsabteilung des Lagus in Rostock. Die Engpässe hängen nach ihren Aussagen aber nicht mit der Flüchtlingssituation zusammen – viele müssen hier erst eine Grundimmunisierung bekommen.

Grundsätzlich würde das Paul-Ehrlich-Institut zusammen mit der Ständigen Impfkommission Handlungsempfehlungen aussprechen, wie bei eingeschränkter Lieferfähigkeit von Impfstoffen dennoch ein ausreichender Impfschutz aufgebaut werden könne, so Littmann. Nach diesen Empfehlungen würde man sich in MV richten und alternative Impfstoffkombinationen – statt eines Vierfach- zum Beispiel die Kombination aus einem Dreifach- und einem Mono-Impfstoff – verabreichen.

Auch das Bundesgesundheitsministerium weist in seiner Antwort auf eine Kleine Anfrage mehrerer Abgeordneter der Bündnisgrünen Bundestagsfraktion, darunter des Rostockers Harald Terpe, darauf hin, dass Lieferengpässe nicht zwangsläufig mit medizinischen Versorgungsengpässen gleichzusetzen sind. Nur in einigen Fällen im Bereich der Onkologie sei es zu ernsthaften Einschränkungen in der Versorgung gekommen. Die ärztlichen Fachgesellschaften würden dem Bundesgesundheitsministerium jetzt eine Liste unverzichtbarer Arzneimittel vorlegen. Auch auf ihrer Basis werde die Bundesregierung prüfen, ob Maßnahmen zur Verhinderung von Lieferengpässen getroffen werden sollen.

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erstellt am 24.Okt.2015 | 08:00 Uhr

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