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Panorama MV

26. September 2016 | 02:14 Uhr

Wölfe bei Lübtheen : Kehlbiss in der Schafherde

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wölfe reißen in der Lübtheener Heide zehn Schafe / Mehr als 30 Rudel in Deutschland

Sie hatten keine Chance: Die unter Strom stehenden Weidezäune konnten sie nicht schützen, die Herdenschutzhunde auch nicht, dort im Nachtpferch nur wenige hundert Meter von einem Waldrand entfernt. Dem Rudel Wölfe aus der Lübtheener Heide hatten sie nichts entgegenzusetzen. In Voltzrade südlich von Lübtheen im Landkreis Ludwigslust-Parchim haben die Raubtiere am vergangenen Wochenende zehn Schafe gerissen, teilte das Landwirtschaftsministerium gestern mit. Sechs Schafe seien verletzt, drei Tiere würden noch vermisst. Die Hinweise auf den Wolf sind eindeutig: Kehlbiss und eine große Menge gefressenes Fleisch, stellte der hinzugezogene Rissgutachter fest. Die kleine Schafherde war am vergangenen Sonntag in einem Nachtpferch untergebracht, weil der Schäfer mit der Zusammenstellung neuer Herden beschäftigt war. Als die Wölfe kamen, seien die Schafe vermutlich ausgebrochen. Normalerweise schütze der Schäfer seine Herden vorschriftsmäßig mit Zäunen, sagte ein Ministeriumssprecher. Jetzt bleibt ihm nur, auf den Finanzausgleich vom Land zu warten.

Seit fast zehn Jahren sind in der Lübtheener Heide Wölfe gesichtet worden. Seitdem kommt es immer wieder zu Übergriffen. Erst Mitte Dezember waren im nur 30 Kilometer von Volzrade entfernten Picher sieben Schafe gerissen und zwei verletzt worden. Im Sommer hatte ein Wolf in Ducherow im Landkreis Vorpommern-Greifswald ein Fohlen angegriffen. Vor einem Jahr hatten die Raubtiere in Rensdorf bei Boizenburg fünf Schafe gerissen und drei schwer verletzt.

Die Überfälle mehren sich: Seit 2007 wurden allein in Mecklenburg-Vorpommern 35 Wolfsübergriffe auf Nutztiere registriert. Dabei wurden 171 Tiere getötet und 55 verletzt.

Im vergangenen Jahr war belegt worden, dass wie in Brandenburg auch in Mecklenburg-Vorpommern erstmals seit mehr als 100 Jahren wieder Welpen geboren worden waren. Inzwischen lebt in der Region Lübtheen ein Paar mit mindestens sechs Welpen, gibt der Wolfsexperte der TU Dresden Norman Stier an. Auch in der Ueckermünder Heide in Vorpommern waren in diesem Jahr mit einer Wildkamera Wölfe mit mindestens fünf Welpen beobachtet worden.

Die Wölfe sind in Deutschland auf Reviersuche: Mehr als 30 Rudel sind inzwischen bundesweit beobachtet worden – in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt.

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erstellt am 30.Dez.2015 | 00:32 Uhr

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