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Strompreise : Netzausbau kommt MV teuer zu stehen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Brandbrief an Kanzlerin: Manager fordern solidarische Kostenumlage

Rebellion der Wirtschaft in MV: Die Unternehmer wollen die durch den Ausbau erneuerbarer Energien entstandenen deutlichen Standortnachteile im Nordosten nicht mehr hinnehmen. In einem Brandbrief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) fordern sie eine solidarische Verteilung der Netzausbaukosten auf alle Bundesländer. Ungeachtet sinkender Beschaffungskosten müssen Kunden in MV deutlich höhere Strompreise zahlen als in anderen Ländern. Grund dafür sind die hohen Kosten für den Netzausbau, die die Kunden vor Ort tragen müssen.

Die Unternehmen sind es leid: „Vom Umbau des Stromsystems profitieren zwar alle Deutschen, doch in den Regionen, wo der Ausbau der erneuerbaren Energien am weitesten fortgeschritten ist, sind die Netzentgelte am höchsten“, kritisieren 87 Manager aus allen Teilen Deutschlands, darunter die Chefs der Stadtwerke Schwerin, der Netzgesellschaft Schwerin, der Wemag Netz AG und des Städte- und Gemeindebundes MV.

Das kommt MV teuer zu stehen: So muss beispielsweise ein Haushaltskunde des Regionalversorgers Wemag mit einem Jahresverbrauch von 3000 Kilowattstunden 165 Euro mehr für Netzkosten zahlen als Verbraucher in Köln, sogar 185 Euro mehr als in Karlsruhe, errechnete der Netzbetreiber 50Hertz. Großkunden in MV sind noch stärker belastet. Die bisherige Regelung „sei ein preistreibender Faktor“, kritisierte Rudolf Borchert, Landeschef des gestern gegründeten neuen Landesverbandes Erneuerbare Energien MV (LEE) in Schwerin. Vielmehr müssten die Kosten für den Netzausbau auf alle Bundesländer umgelegt werden. Es drängt: Die Wirtschaft in MV gerät zusätzlich unter Druck. Die ungerechte Kostenverteilung stelle „zunehmend die Konkurrenzfähigkeit des Standortes in Frage“, heißt es bei der Industrie- und Handelskammer Schwerin (IHK). Früheren Angaben zufolge würde eine „verursachergerechte“ Umlage der Ausbaukosten auf alle Bundesländer Stromkunden im Nordosten bis 2023 um eine Milliarde Euro entlasten, geht aus einer Studie der TU Dresden hervor. Änderungen sind notwendig: In Westmecklenburg sieht inzwischen jedes vierte Unternehmen die Energiepreise als Risiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung, geht aus IHK-Konjunkturumfragen hervor.

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erstellt am 01.Feb.2017 | 05:00 Uhr

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