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Mecklenburg-Vorpommern

29. Juli 2016 | 04:07 Uhr

Tourismus : MV schlecht zu erreichen

vom
Aus der Onlineredaktion

2014 wird wohl ein Rekordjahr für die Tourismusbranche, doch es gibt Warnungen

Die auch in diesem Jahr mit Erfolg verwöhnte Tourismusbranche Mecklenburg-Vorpommerns treibt die Sorge um, dass eines Tages Urlauber wegbleiben könnten. Grund dafür könnten die schlechte Erreichbarkeit des Landes mit der Bahn und die einseitige Ausrichtung auf das Auto sein, hieß es gestern beim 24. Tourismustag in Rostock-Warnemünde.

„Touristen, die allzu oft im Stau stehen, überlegen es sich zweimal, ob sie erneut nach Mecklenburg-Vorpommern kommen“, sagte Verbandspräsident Jürgen Seidel. Eine schnelle Problemlösung haben die Touristiker nicht anzubieten. Besonders kritisch sei, dass die Bahn ihr Angebot stetig zurückfahre, sagte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU). „Wir sind Deutschlands Sommerurlaubsland Nummer 1 mit mehr als elf Millionen Gästen.“ Es müsse möglich sein, dass die Bahn gerade im Sommer mehr Züge fahren lasse.

Das Land werde die schlechte Anbindung nicht akzeptieren. 84 Prozent aller Gäste kommen mit dem Auto nach MV. Seidel glaubt nicht, dass diese Zahl in den kommenden Jahren zurückgehen könnte. „Wenn wir neue Gäste ansprechen, liegt deren Heimat meist weit von Mecklenburg-Vorpommern entfernt.“ Zu einer Entkrampfung könne die Änderung der starren An- und Abreisezeiten führen. Viele Hoteliers verharrten jedoch auf dem klassischen Bettenwechsel, der samstags oft zu Staus führe. Der mit 71 Tagen sehr enge Ferienkorridor in diesem Jahr hat laut Glawe zu einem Verlust von 70 Millionen Euro geführt. Damit fehlten zehn Tage gegenüber den Vorjahren. Jeder wegfallende Ferientag bedeute einen Verlust von bis zu sieben Millionen Euro. Die von den Kultusministern festgelegte durchschnittliche Sommerferienzeit von 85 Tagen für die Jahre 2018 bis 2024 bezeichnete Glawe als guten Kompromiss. Ein breiter Korridor werde auch zur Entspannung auf den Straßen führen. Trotz des Ferienkorridors und möglicher Ausfälle durch die Fußball-WM im Sommer ist das Jahr laut Glawe sehr positiv verlaufen. Zwischen Januar und September wurden insgesamt 24 Millionen Übernachtungen registriert. Das entspricht einer Steigerung von 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum „Wir werden bei 28,2 Millionen Übernachtungen landen oder werden noch besser.“

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