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Mecklenburg-Vorpommern

31. Juli 2016 | 09:24 Uhr

Tiertod  für die Gesundheit : MV führt tausende Tierversuche durch

vom

Im vergangenen Jahr 72 Tests genehmigt / Tierschützer: nicht alle Versuche notwendig

Tiertod  für die Gesundheit: An zehntausenden Tieren werden in MV jährlich neue Medikamente oder Behandlungsmethoden getestet. Mäuse, Ratten, Kaninchen aber auch Schweine, Rinder, Vögel und Fische: Im vergangenen Jahr wurden in Forschungslabors in Rostock, Greifswald, Dummerstorf und auf der Insel Riems mehr als 27 000 Tiere zu Versuchszwecken eingesetzt, teilte das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (Lallf) in Rostock mit. Ein Jahr zuvor war gar an mehr als 30 000 Tieren experimentiert worden – an mehr als 20 000 Mäusen, fast 4000 Ratten, 3100 Kaninchen sowie 1200 Schweinen, fast 300 Rindern und knapp 1000 Fischen. Dem Landwirtschaftsministerium zufolge werden Tierversuche fast ausschließlich an den beiden Universitäten Rostock und Greifswald, am Institut für Diabetes in Karlsburg, im Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit auf der Insel Riems und dem Leibniz Institut für Nutztierbiologie in Dummerstorf im Landkreis Rostock durchgeführt. Hinzu kämen wenige Privatfirmen, die beispielsweise neue Medikamente entwickeln würden, sagte  Lallf-Tierschutzexperte Mathias Krey.

In den vergangenen Jahren war die Zahl der Tierversuche in Mecklenburg-Vorpommern immer weiter gestiegen – 2012 auf einen Höchststand, geht aus dem  jetzt vorgelegten  Verbraucherschutzbericht hervor. Forscher hatten 2012 insgesamt 113 Anträge gestellt, doppelt so viele wie vier Jahre zuvor. 2013 seien hingegen deutlich weniger beantragt worden – 72 Tierversuche. Bundesweit wurden 2012 rund 3,08 Millionen Tiere zu Versuchszwecken genutzt. Nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums waren das 5,8 Prozent mehr als 2011.

Für Wissenschaftler sind die Tierversuche notwendige Grundlage für ihre Forschungen, für Tierschützer Quälerei: Versuchen an Tieren für medizinische Zwecke könne man sich nicht ganz verschließen. Sie müssten aber auf ein Mindestmaß beschränkt bleiben, forderte Kerstin Lenz, Landesvorsitzende des Tierschutzbundes in MV. Bei der bisherigen Praxis gebe es aber Zweifel, ob alle genehmigten Tierversuche notwendig seien. Angaben des Vereins Ärzte gegen Tierversuche zufolge sterben bundesweit jährlich 58 000 Menschen an den Nebenwirkungen von Medikamenten, obwohl zuvor in Tierversuchen keine Nebenwirkungen aufgetreten seien. Grund dafür sei  die mangelnde Übertragbarkeit  der Eigenschaften von Tieren auf den Menschen, meinte Lenz.

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erstellt am 02.Jul.2014 | 07:45 Uhr

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