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Totes Baby in Wittenburg : Mutter per DNA-Massentest gesucht

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Getestet werden sollen 1700 Frauen, die zwischen März 2016 und März 2017 in den Gemeinden Wittenburg, Wittendörp, Zarrentin, Vellahn und Bobzin gemeldet waren oder dort gearbeitet haben.

Mit einem Massen-Gentest sollen die Ermittlungen im Fall des toten Babys in Wittenburg (Landkreis Ludwigslust-Parchim) vorangebracht werden. Etwa 1700 Frauen in den Gemeinden Wittenburg, Wittendörp, Zarrentin, Vellahn und Bobzin werden in den kommenden Tagen eine Einladung zum freiwilligen Speicheltest von der Kriminalpolizei bekommen, teilte Claudia Lange, Sprecherin der Schweriner Staatsanwaltschaft, mit. Das Amtsgericht der Landeshauptstadt hatte zuvor angeordnet, dass Frauen im Alter zwischen 15 und 45 Jahren, die im Zeitraum vom 1. März 2016 bis zum 1. März 2017 in diesen Gemeinden lebten oder arbeiteten, DNA entnommen werden darf.

„Nach unserem derzeitigen Erkenntnisstand gehen wir davon aus, dass die Mutter einen Bezug zur Region hat und möglicherweise hier lebt“, begründete die Oberstaatsanwältin den Massentest. Das genetische Material aus den Speichelproben soll mit der DNA verglichen werden, die auf dem Körper der Babyleiche gefunden wurde.

Spaziergänger hatten die Leiche des kleinen Mädchens am 1. März in einem Waldstück in der Nähe des Wittenburger Sportplatzes gefunden. Zwar hatten ein Fahndungsaufruf und die Auslobung einer Belohnung von 2000 Euro durch die Schweriner Staatsanwaltschaft zu einigen Hinweisen geführt. Aber eine heiße Spur hat sich daraus bisher nicht entwickelt.

Die rechtsmedizinischen Untersuchungen der Babyleiche sind noch nicht abgeschlossen. Bislang stehe zwar fest, dass der Säugling nach der Geburt noch gelebt habe, es sei aber noch nicht klar, wann er geboren wurde, so Frau Lange. Zu Gerüchten, wonach der Körper des Babys zwischen Todeszeitpunkt und Auffinden der Leiche eine Zeit lang eingefroren war, wollte sich die Staatsanwaltschaft gestern nicht äußern.

Die Ermittlungsbehörden bitten auch weiterhin Zeugen, die am 1. März im Bereich des Fundortes Personen oder Fahrzeuge beobachtet haben, sich bei der Polizei zu melden.

In einem ähnlichen Fall im Sommer 2006 hatte die Polizei mit einem Massen-Gentest in Malchow (Mecklenburgische Seenplatte) Erfolg. Nach dem Fund einer verwesten Babyleiche in einem Waldstück nahe der Kleinstadt wurden 2500 Frauen aus der Region zum Speicheltest eingeladen. Eine 15-Jährige konnte von den Ermittlern als Täterin überführt werden. Die Kosten des Tests betrugen damals 125000 Euro.

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erstellt am 18.Apr.2017 | 14:45 Uhr

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