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Mecklenburg-Vorpommern

05. Dezember 2016 | 11:28 Uhr

Nach dem Trauma : Mehr Hilfe für junge Gewaltopfer

vom

Linke will sichere Finanzierung für psychologische Betreuung

Die Betreuung traumatisierter Kinder und Jugendlicher und ihre Begleitung vor Gericht darf nach Ansicht der Linken im Landtag nicht beschnitten werden. Auf der nächsten Landtagssitzung Anfang Dezember will die Linksfraktion beantragen, an der jetzigen Finanzierung der sogenannten psychosozialen Prozessbegleitung festzuhalten, teilte die rechtspolitische Sprecherin Jacqueline Bernhardt mit. Die Partei springt damit Opfervereinen zur Seite, die bereits das Aus dieser speziellen Betreuung befürchten.

Das Schweriner Justizministerium plant im Zuge der deutschlandweiten Einführung der psychosozialen Prozessbegleitung Änderungen bei der Finanzierung. Statt ganzer Stellen für Fachkräfte sollen nur noch Pauschalen pro Betreuungsfall gezahlt werden. Dies hält Die Linke für falsch. Der Bundesgesetzgeber sehe zwar Fallpauschalen vor, lasse aber auch die stellenbezogene Vergütung für die Fachkräfte weiterhin zu, sagte Bernhardt.

Dank eines Modellprojektes gibt es in Mecklenburg-Vorpommern seit 2010 Prozessbegleiter. Die vier Fachkräfte werden zu 90 Prozent aus Landesmitteln bezahlt. Den Rest bringen die Trägerorganisationen auf, bei denen sie angestellt sind.   „Es gibt somit keinerlei Grund, von der bisherigen bewährten Praxis abzuweichen. Selbst im Doppelhaushalt 2016/2017 sind die Stellen finanziert“, sagte Bernhardt. Bei einer Fallpauschale dagegen müssten die Träger die Begleiter vorfinanzieren, weil die Fallpauschalen erst im Nachhinein abgerechnet würden.

Die kurzfristig angekündigte Umstellung der Finanzierung habe bereits Auswirkungen, sagte Bernhardt. Zwei der vier Fachkräfte in Rostock und Neubrandenburg sei inzwischen  gekündigt worden. Für die betreuten Kinder und Jugendlichen fielen damit langjährige Vertrauenspersonen weg. Eine pauschale Vergütung verkenne, dass Menschen Straftaten unterschiedlich verarbeiteten und unterschiedlich lange Unterstützung brauchten, oftmals über Jahre hinweg, sagte Bernhardt.

Laut Justizministerium gibt es ab 2017 einen bundesweiten Rechtsanspruch auf psychosoziale Prozessbegleitung, auch für Erwachsene.

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erstellt am 27.Nov.2016 | 19:11 Uhr

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