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Mecklenburg-Vorpommern

26. Juni 2016 | 20:57 Uhr

Hanse Sail in Rostock : Mehr als 200 Traditionsschiffe erwartet

vom

Die Hanse Sail gilt als das größte Fest Mecklenburg-Vorpommerns. Das Konzept mit gut 200 Traditionsschiffen, mehreren Hunderttausenden Besuchern sowie vielen Buden und Geschäften funktioniert seit Jahren. Der Liegeplatz im Hafen wird aber knapp.

Bei der 24. Hanse Sail werden von Donnerstag an mehr als 200 Traditions- und Museumsschiffe aus zwölf Nationen erwartet. Bereits am Dienstag hatten die ersten Schiffe in Warnemünde und im Stadthafen angelegt, sagte Holger Bellgardt, Leiter des Sail-Büros, in Rostock. Einer der Stars des größten maritimen Spektakels Mecklenburg-Vorpommerns ist die Brigantine „Tres Hombres“.

Der 32 Meter lange Segler bringt ohne Motor und damit emissionsfrei eine Ladung französischen Wein in die Hansestadt. Erstmals dabei ist auch der 1937 gebauten Viermast-Schoner „Santa Maria Manuela“ aus Portugal. Das etwa 68 Meter lange Schiff wird im Stadthafen festmachen, was wegen der Enge dort zu einer besonderen Herausforderung für die Lotsen und Schlepper führen wird. Einer der Hauptanziehungspunkte werde mit Sicherheit das Segelschulschiff der Marine, die „Gorch Fock“, sein.

Die Zahl der großen Traditionsschiffe ist in diesem Jahr so groß, dass sie nicht alle an den beliebten Plätzen im Stadthafen oder in Warnemünde anlegen können. Sie liegen nun im Seehafen, am IGA-Park oder auch an der Nordic-Werft, wie die beiden russischen Viermast-Barken „Sedov“ mit einer Länge von 117,5 Metern oder die „Kruzenshtern“. Dabei spielten die aktuellen politischen Spannungen mit Russland wegen der Ukraine-Krise definitiv keine Rolle, wie Bellgardt versicherte.

Die Veranstalter rechnen wie in den Vorjahren mit vielen Hunderttausend Besuchern an den vier Sail-Tagen. Die Schiffe bieten über das Sail-Büro rund 20 000 Mitfahrplätze an. Dies ist für viele der Schiffseigner die wichtigste Einnahmequelle für den Erhalt der Schiffe. Problematisch sei weiter, dass Unternehmen die Kosten steuerlich nicht absetzen können, wenn sie Gäste zu Ausfahrten einladen - im Gegensatz zu Einladungen zum Oktoberfest oder in VIP-Lounges von Fußballvereinen. „Die Schifffahrt ist deutlich schlechter gestellt“, kritisierte IHK-Hauptgeschäftsführer Jens Rademacher im Vorfeld.

Diese Regelung führe dazu, dass viele Unternehmen von Einladungen an Geschäftskunden absehen. Die Branche schaue nun nach Schleswig-Holstein, das 2015 einen entsprechenden Änderungsantrag stellen will. Bei Ausfahrten von Traditionsseglern solle der Abzug der Kosten möglich sein. Eine Mehrheit der norddeutschen Länder sei wohl sicher, nun müssten noch die süddeutschen Länder davon überzeugt werden, sagte Rademacher.

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