zur Navigation springen

Mecklenburg-Vorpommern

29. August 2016 | 21:49 Uhr

Truppenübungsplatz : Lübtheener Heide wird Naturerbe

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Durchbruch bei Verhandlungen zwischen Land und Bund. Ehemaliger Übungsplatz kann auch Kernzone des neuen Biosphärenreservats werden.

Die Zukunft des mehr als 6000 Hektar großen Geländes des ehemaligen Truppenübungsplatzes Lübtheen (Landkreis Ludwigslust-Parchim) scheint geklärt. Die Bundesregierung wird die Fläche zum Nationalen Naturerbe erklären und kostenfrei in die Trägerschaft des Landes Mecklenburg-Vorpommern übergeben, hieß es gestern aus dem Schweriner Umweltministerium. Die Zustimmung des Haushaltsausschusses des Bundestages steht allerdings noch aus.

Den Durchbruch in den seit Monaten laufenden Verhandlungen zwischen der Landes- und der Bundesregierung soll der gestrige Besuch von Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesumweltministerium in Lübtheen gebracht haben.

Die Landesregierung will den 2013 geschlossenen Truppenübungsplatz ökologisch entwickeln. Mit der Freigabe durch die Bundesregierung wird die Erweiterung des Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe möglich. „Diese Erweiterung ist Voraussetzung für eine dauerhafte Anerkennung als Biosphärenreservat durch die Unesco“, sagte Umweltminister Till Backhaus (SPD). Er will ein entsprechendes Gesetz noch im Herbst vorlegen.

Die Landschaft gehört zu den herausragenden Naturräumen des Landes. Maßgeblich für seinen hohen Naturschutzwert sind die großflächigen offenen Lebensräume und die lockeren, zum Teil sehr alten Kiefernbestände. Hier befindet sich außerdem die größte aktive Binnendüne Deutschlands. Zuletzt machte die Lübtheener Heide mit dem ersten in Mecklenburg-Vorpommern lebenden Wolfsrudel Schlagzeilen.

Nach dem vorgezogenen Abzug der Bundeswehr im Jahr 2013 hatte die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben die (Bima) das Gelände übernommen. Seitdem gab es immer wieder die Befürchtung, die Bima würde versuchen, zumindest Teile des Geländes zu verkaufen.

Mit dem Hochstufen zum Naturerbe wird es in Lübtheen auch den von vielen Bewohnern der Region befürchteten Braunkohleabbau nicht geben.

Umweltminister Backhaus hatte seit Monaten eine kostenlose Abgabe des einstigen Übungsplatzes an das Land gefordert. Dabei soll keineswegs der gesamte Platz auf immer und ewig für die Öffentlichkeit gesperrt bleiben. Als Kernzone, die Rede ist von etwas mehr als 1000 Hektar, sollen die Areale dienen, die besonders munitionsverseucht sind. Lübtheen diente in den 1930er-Jahren als Versuchsgelände für Munition. Zudem gibt es immer noch gefährliche Reste des früher riesigen Marine-Arsenals, das von den Russen nach dem Zweiten Weltkrieg gesprengt wurde.

Der übergroße Teil des Platzes – vor allem die Heide- und Sanddünenflächen sollen nicht nur geschützt, sondern auch für Besucher erschlossen werden. Darin sollen die heute schon verantwortlichen Experten des Bundesforstamtes Trave eingebunden werden. Aber das gehört zu den vielen Details, die nach diesem Durchbruch in der Grundsatzfrage verhandelt werden müssen. Backhaus kündigte Gespräche auf Arbeitsebenen an.

 

 

 

 

 

 

 




zur Startseite

von
erstellt am 08.Aug.2014 | 23:36 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen