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Mecklenburg-Vorpommern

28. Juni 2016 | 11:34 Uhr

Brüel : Lebensretter nach Wespenstich

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Rettungsschwimmer Philipp Reich und Rolf Karl leisteten am Roten See in Brüel Erste Hilfe in einem nicht alltäglichen Fall

Schockmoment für die Rettungsschwimmer Philipp Reich (22) und Rolf Karl (69) am Roten See in Brüel: Ein 72 Jahre alter Badegast kommt benommen auf den 69-Jährigen zu und schildert ihm Schmerzen von einem Wespenstich. Der erfahrene Rettungsschwimmer aus Sternberg will die Schwellung rund um den Einstich am rechten großen Zeh versorgen, holt dafür eine Zwiebel und ein Kühl-Akku. Doch dazu kommt es nicht. „Als ich mit den Utensilien runter kam, lag der Mann bewusstlos am Boden“, berichtet Karl. Sein junger Kollege leistet Erste Hilfe. Die Zunge des Mannes war so sehr angeschwollen, dass er keine Luft mehr bekam.

Seit 53 Jahren ist Karl ehrenamtlicher Rettungsschwimmer und bewacht Seen für den ASB Wasserrettungsdienst. „Trotz dieser langen Erfahrung hatte ich noch nie so einen Fall“, sagt er. Für seinen 22-jährigen Kollegen und Betriebssanitäter ist das hingegen Normalität: „Ich bin hauptamtlich für den ASB unterwegs und muss auch schon größere Strände absichern. Dort passiert so etwas schon mal.“

Seine Erfahrung hilft ihm auch die Situation am Roten See zu meistern. Kurzerhand nutzt Reich sein T-Shirt als Kühl-Akku-Ersatz: „Ich habe das Shirt komplett nass gemacht, den Mann in die stabile Seitenlage gebracht und ihm dann ein Stück des Shirts über die Zunge in den Mund gesteckt“, erklärt er. So sollte die Schwellung zurückgehen und er wollte verhindern, dass der Rentner seine Zunge verschluckt. Nach etwa 20 Minuten nahmen Sanitäter den 72-Jährigen in ihre Obhut. Währenddessen standen die beiden Retter seiner Ehefrau zur Seite. „Die seelische Unterstützung gehört auch zur Arbeit von uns Rettungsschwimmern“, bemerkt Rolf Karl.

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erstellt am 25.Jul.2014 | 07:55 Uhr

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