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Kultur MV

07. Dezember 2016 | 21:17 Uhr

Silvestertheater : Nervenkitzel mal anders

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

„Die Nervensäge“: Mit einer Mischung aus Klamauk und Wortspielen startet das Mecklenburgische Staatstheater ins neue Jahr

Rasant – überraschend – und zuweilen komisch: Das alte Jahr endete mit einem ganz normalen Arbeitstag für Berufskiller Ralph und das neue begann mit vielen Lachern im Großen Saal. Denn mit der Komödie „Die Nervensäge“ von Francis Veber hat das Mecklenburgische Staatstheater seine Gäste in die Silvesternacht begleitet: Beschwingt, vergnügt und manche auch etwas gelangweilt. Denn das Stück, das sich ausschließlich in einem Hotelzimmer abspielt, besitzt einen eher schlichten Witz. So treffen der liebeskranke Fotograf Pignon, sehr überzeugend gespielt von Andreas Lembcke, und Profikiller Ralph (Dirk Audehm) an dem denkbar unpassendsten Tag aufeinander. Der eine plant seinen eigenen Tod, da seine Frau sich von ihm trennen möchte, und der andere hat nur den Tod eines wichtigen Zeugen in einem Mordprozess im Sinn. Was beide scheinbar meilenweit voneinander trennt, fügt das Schicksal dann doch ganz plötzlich zusammen. So steht es jedenfalls in den Regieanweisungen von Peter Dehler, der das Stück inszeniert hat.

Zu den beiden ausdrucksstarken Hauptcharakteren Ralph und Pignon gesellt sich auch dessen dominante Frau Louise, die nach acht Jahren Beziehung das Ende verkündet, sich aber durch den Helene-Fischer-Gedächtnissong „Atemlos“ kurzzeitig erweichen lässt. Denn ihr Herz gehört nun dem Psychiater Wolf (Christoph Götz), der selbst gern die Nerven verliert und statt zu helfen, Unheil anrichtet. Doch dann gibt es da noch den Hotelboy, der dem Stück das gewisse Etwas verleiht. Die Rolle des nervenden Zimmerjungen, der auf den ersten Blick sehr naiv daherkommt, aber doch den nötigen Feinsinn für den falschen, aber durchaus komischen Moment besitzt, scheint Caroline Wybranietz auf den Leib geschneidert.

Für die Zuschauer ergibt sich ein Mix aus alten Gags, viel Klamauk und einer großen Portion an Wortspielen und Freudschen Versprechern. „Es ist eben Klamauk. Nicht viel dahinter. Doch man darf Silvester auch nicht zu viel erwarten“, sagte Siegfried von Bodecker. Es passe eben gut zu so einem Abend. Das meinte auch Bettina Wessel. Zusammen mit Freundinnen amüsierte sie sich auch nach der Premiere noch über die Sketche auf der Bühne. „Es wurde gut gespielt, alles war sehr flott und jeder hat seine Rolle gut rübergebracht. Ich fand es toll“, erklärte sie.

Wer nun die eigentliche Nervensäge im Stück ist, das kann jeder Zuschauer für sich selbst entscheiden. Potenzial haben sie alle – angefangen vom Killer im babyblauen Anzug bis hin zum Hotelboy, der immer im falschen Augenblick auch noch mit der falschen Frage an die Tür klopft. Eines ist aber sicher, wer für „schwere Kost“ keinen Nerv hat, sich viel lieber unterhalten lässt, ist in Dehlers „Nervensäge“ richtig.

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erstellt am 01.Jan.2016 | 21:00 Uhr

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