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Kultur MV

28. September 2016 | 05:26 Uhr

Museen in MV : Ein Schloss für alle

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Für das neue Jahr haben die Museen in Mecklenburg-Vorpommern viele Pläne

Mit dem „Offenen Schloss für alle“ geht am ersten Sonntag im März die 2011 begonnene Sanierung im „Versailles des Nordens“, dem Schloss Ludwigslust, vorerst zu Ende. Im Ostflügel der einstigen herzoglichen Residenz wurden Audienz- und Wohnräume restauriert, der Goldene Saal statisch ertüchtigt sowie Ausstellung und Gemäldegalerie neu gestaltet, wie eine Sprecherin des Staatlichen Museums Schwerin erklärte. Investiert wurden bisher in Ludwigslust mehr als 18 Millionen Euro, davon 12 Millionen Euro von der EU.

Zur Vorbereitung der Wiedereröffnung des Ostflügels werde das gesamte Schlossmuseum Ludwigslust von Mitte Januar an für Besucher geschlossen. Nach dem „Offenen Schloss“ am 6. März beginne dann die aufwändige Sanierung des Westflügels. Wann das gesamte Bauwerk fertiggestellt sein wird, stehe noch nicht fest.

Im Schloss Güstrow, das bis Mitte Februar „Mail Art“ aus der DDR zeigt, starten im Sommer die vorbereitenden Maßnahmen für die Sanierung des Gebäudes, die 2017 beginnen soll. Dafür wird das Schloss 2018 und 2019 komplett geschlossen. In Schwerin werde der Museumsanbau der Galerie Alte und Neue Meister eröffnet.

Trotz Bauarbeiten werde 2016 mit einem weiteren Besucheranstieg in den Häusern des Staatlichen Museums gerechnet, erklärte die Sprecherin. Zusammen zählten die Einrichtungen 2015 rund 258 800 Gäste nach 256 600 im Jahr zuvor. Allein ins Schloss Schwerin kamen letztes Jahr 166 700 Menschen, im Jahr 2014 waren es fast 161 300.

Die Barlach-Stiftung Güstrow plant vom 22. Mai bis 4. September 2016 eine Ausstellung zum Thema „Auf dem Weg in die Moderne“. Gezeigt würden Keramiken aus dem frühen künstlerischen Schaffen Ernst Barlachs (1870-1938), teilte Inge Tessenow von der Stiftung mit. Figuren, Masken und Vasen sollen ebenso zu sehen sein wie bisher unveröffentlichte Dokumente.

Das Pommersche Landesmuseum Greifswald zeigt im neuen Jahr drei Sonderausstellungen zur Regionalgeschichte und Archäologie, wie Museologe Kai Kornow sagte. Zudem ist eine „Galerie der Romantik“ geplant, um den in Greifswald geborenen Maler Caspar David Friedrich (1774-1840) stärker in den Fokus zu rücken. Der Bund stelle dafür 2016 bis zu eine Million Euro und in den Folgejahren maximal vier Millionen Euro bereit. Die Gemäldegalerie soll umgebaut werden, außerdem sei ein ergänzender Neubau vorgesehen, hieß es. Das Pommersche Landesmuseum zählte 2015 etwa 42 000 Besucher, so viele wie im Jahr davor.

„Wikingergold“ heißt die neue Dauerausstellung im Museum Stralsund seit Mitte Dezember 2015. Der berühmte Hiddenseer Goldschmuck aus dem 10. Jahrhundert war bislang als Kopie in der Hansestadt zu sehen und wird nun im Original gezeigt, wie ein Stadtsprecher sagte. Dafür wurde das Museum für rund eine Million Euro umgebaut. Die Zahl der Besucher soll von 86 000 im Jahr 2014 auf nunmehr über 100 000 pro Jahr steigen.

Das Deutsche Meeresmuseum Stralsund zählte 2015 bis Anfang Dezember rund 820 000 Besucher, davon etwa 522 000 im Ozeaneum. 2016 sollen mit dem Thema „Kraken & Konsorten“ noch mehr Gäste angelockt werden, wie die Einrichtung mitteilte. Gezeigt würden Fossilien längst ausgestorbener Ur-Tintenfische und Ammoniten sowie Modelle von bis zu zweieinhalb Meter großen Humboldtkalmaren. Auch ein echter pazifischer Octopus soll zu sehen sein.

Zudem werde der 30 Millionen Euro teure Umbau des Stammhauses, des alten Meeresmuseum im Katharinenkloster, vorbereitet, hieß es. Geplant sei ein neues Aquarium, das eine virtuelle Reise durch die Warmwassermeere entlang des Äquators möglich mache. Baubeginn sei frühestens 2018.

„Mechanische Tierwelt“ heißt eine Wanderausstellung mit 160 historischen Blechspielzeugen, die vom 10. Februar bis 15. Mai im Technischen Landesmuseum „Phantechnikum“ Wismar Station macht. Von Juni bis September folge die Sonderschau „Phänomenale Welten – Erleben und Ausprobieren“ mit rund 30 Mitmach-Objekten, erklärte eine Sprecherin. Vor allem Sonderausstellungen und Experimente lockten Besucher ins Technikmuseum. 2015 kamen rund 41 000 Gäste, etwa 7000 mehr als im Vorjahr.  

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