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Kultur MV

03. Dezember 2016 | 20:46 Uhr

Gipfel bei Sellering : Brodkorb will eine „Theatergesellschaft Ost“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Gipfel heute bei Sellering / Volkstheater Rostock zieht positive Bilanz

Beim Gipfel der Theaterträger aus dem Osten des Landes mit Ministerpräsidenten Erwin Sellering (SPD) und seinem Stellvertreter, Innenminister Lorenz Caffier (CDU), will Mathias Brodkorb (SPD) heute ein Konzept für die künftige Theaterstruktur zwischen Stralsund und Neustrelitz vorlegen. Das streng geheimgehaltene Papier des Kultusministers ging gestern den Trägern und Intendanten zu. Darin schlägt Brodkorb drei zentrale Punkte vor:

• Die Anteile an den Zuschüssen des Landes sollen im Westen (Rostock, Schwerin, Parchim) und im Osten (Stralsund/Greifswald, Neubrandenburg/Neustrelitz, Anklam) im gleichen Verhältnis bleiben wie bisher, es soll keine Verschiebung zu Gunsten eines Landesteils geben.

• Brodkorb will die Trägerkommunen zudem verpflichten, eine große gemeinsame Theater- und Orchestergesellschaft zu gründen, an der sich das Land als Mehrheitsgesellschafter beteiligt.

•  Ein dritter wesentlicher Punkt ist, dass alle Spielstätten erhalten bleiben. Darauf hatte die CDU immer gedrungen. Stralsund soll seine Oper und sein Orchester behalten. Greifswald wird Standort für Schauspiel und Ballett. Neubrandenburg behält mit der Philharmonie sein großes Konzertorchester. Neustrelitz soll sich auf Schauspiel und Musiktheater mit eigenem Schauspielensemble konzentrieren.

Zu dem Spitzentreffen um 18 Uhr in der Staatskanzlei sind die Bürgermeister von Stralsund, Neubrandenburg und Neustrelitz, die Landräte aus der Seenplatte und aus Vorpommern-Rügen als auch die Intendanten eingeladen. Landrat Ralf Drescher aus Grimmen hat abgesagt. Nach einem Gutachten des Beratungsunternehmens Metrum aus München sollen die Theater fusionieren. Sparten sollen gestrichen und 100 Stellen abgebaut werden. Dagegen regt sich seit Wochen heftiger Widerstand.

Parallel zog gestern der Intendant des Volkstheaters Rostock, Sewan Latchinian, nach den ersten 100 Tagen seiner Amtszeit eine positive Bilanz. „Trotz beispielloser Behinderungen durch einzelne maßgebliche Kommunal- und Landespolitiker hat die Realisierung meines künstlerischen Konsolidierungsprogramms erfolgreich begonnen“, sagte Latchinian der Deutschen Presse-Agentur.

Mit 17 Premieren und spartenübergreifenden Inszenierungen sei ein vielfältiges Repertoire neu aufgebaut worden. Laut kaufmännischem Geschäftsführer Stefan Rosinski konnte seit Spielzeitbeginn in 210 Vorstellungen zum Stichtag 10. Dezember eine Gesamtauslastung von 75,4 Prozent erarbeitet werden. Allerdings lägen die Besucherzahlen und Erlöse bis November unter denen des Vorjahres. In einem internen Schreiben, das unserer Redaktion vorliegt, listet Rosinski für die Monate September bis November 18 567 Besucher auf. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 26  200 Besucher. Bei den Erlösen nahm das Volkstheater mit 257 000 Euro nach eigenen Angaben 82 000 Euro weniger ein als von September bis November des Vorjahres.

 

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erstellt am 12.Dez.2014 | 08:00 Uhr

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