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Mecklenburg-Vorpommern

25. Juli 2016 | 15:59 Uhr

Kinderschutzbund : Kinder-Recht auf Gesundheit

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Interview mit Kinderschutzbund-Vorstandsmitglied Dr. Hinrich Ballke über Probleme in der Kindermedizin

Rostock/Greifswald Kinder haben ein Recht auf eine gute und ortsnahe medizinische Versorgung – das betont Dr. Hinrich Ballke, Landesvorstandsmitglied des Kinderschutzbundes und ehemaliger Kinderarzt aus Greifswald im Interview mit Angela Hoffmann.

Warum fordern auch Kinder- und Jugendärzte, dass die Rechte von Kindern im Grundgesetz verankert werden müssen?

Ballke: Der Anteil der Kinder in der Bevölkerung wird immer geringer. Da ist es eine Frage der Generationengerechtigkeit, dass die Rechte von Kindern gestärkt werden, damit sie mit ihren Bedürfnissen noch ausreichend Gehör finden. Wünschenswert wären auch ein Kinderbeauftragter beziehungsweise Kinderombudsmann für alle Länder und den Bund.

Nehmen wir das Recht auf die Förderung eines gesunden Lebens: Wie sieht die Situation in der Kindermedizin aus?

Mit der sinkenden Kinderzahl ist auch die Zahl der Kinderstationen in Deutschland in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Gleichzeitig ist die Zahl der Fälle aber annähernd konstant geblieben. Das liegt unter anderem daran, das schon bei den Einschulungsuntersuchungen häufiger Defizite wie Haltungsschäden, Sprachstörungen oder Gewichtspro-bleme festgestellt werden. Häufig kommen bereits im frühen Kindesalter ADHS und Medienabhängigkeit hinzu. Notwendig sind vorausschauende Beratungen als primäre Prävention, die im ambulanten System ausreichend vergütet und im Präventionsgesetz gestärkt werden sollten.

Die Behandlung dieser Kinder wird aber immer schwieriger, wenn die Wege zu den Kinderärzten und Kinderstationen vor allem auf dem Lande immer länger werden. Hier besteht ein großer Handlungsbedarf.

Sie unterstützen die Aktion „Rettet die Kinderstation“. Was genau sind die Ziele?

Wir brauchen das Fachwissen der Kinderstationen und Kinderärzte, um Kinder in ihren verschiedenen Entwicklungsstufen ambulant und stationär angemessen behandeln zu können. Kindermedizin ist jedoch teuer. Deshalb benötigen wir einen Sicherstellungszuschlag für die Kinderkliniken. Wichtig ist außerdem, die Ausbildung in der Kinderkrankenpflege zu erhalten und die pädiatrischen Spezialambulanzen und Sozialpädiatrischen Zentren gesetzlich abzusichern.









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erstellt am 18.Nov.2014 | 20:30 Uhr

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