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Mecklenburg-Vorpommern

05. Dezember 2016 | 19:39 Uhr

Straßenverkehr : Kennzeichen komplett ausverkauft

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Individualität steht bei Autofahrern im Nordosten Hoch im Kurs. Immer mehr Kennzeichen-Kombinationen sind auf den Straßen unterwegs

Wer auf der größten Insel Deutschlands unterwegs ist, ist auch auf den Straßen förmlich von „RÜG-EN“ umgeben. Die Buchstaben-Kombination ist im Kreis Vorpommern-Rügen so beliebt wie kein anderes Nummernschild. „Es sind alle Zahlen von 1 bis 9999 vergeben“, sagte der Kreissprecher Olaf Manzke. Dabei haben die Autofahrer bei ihren Wunschkennzeichen im Nordosten die Qual der Wahl – allein 40 verschiedene Orts- und Kreiskürzel gibt es in Mecklenburg-Vorpommern, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab.

Dabei gehe es vor allem um die Identifikation mit dem Fahrzeug, sagte der Sprecher des Kreises Vorpommern-Greifswald, Achim Froitzheim. „Oft folgen nach den ortsangebenden Kürzeln, die Initialen in Kombinationen mit dem Geburtsdatum oder dem Hochzeitstag.“ Knapp 1,3 Millionen Euro hat der Kreis mit der Zulassung von Fahrzeugen 2016 verdient. Gewünscht sind dabei auch auffällige Kombinationen. Mit der ehemaligen Abkürzung für Anklam sind unter anderem „ANK-A“ oder „ANK-ER“ auf den Straßen unterwegs.

Dies macht die Liberalisierung der Erkennungszeichen von 2013 möglich. Seitdem haben Fahrzeughalter wieder die freie Wahl, ob sie die übergeordneten Großkreis-Nummernschilder oder die lokalen Kennzeichen der Altkreise an ihren Wagen anbringen wollen. Das lassen sich die Autofahrer dann auch etwas kosten: Für ein Wunsch-Nummernschild zahlt man 10,20 Euro – mit vorheriger Reservierung macht das gemäß bundeseinheitlicher Gebührenordnung 12,80 Euro. Wie die Kreise bestätigen, geht dabei der Trend immer eher zu schnelleren Internetreservierungen. „Die regionale Identität steht dabei besonders im Fokus“, sagte der Sprecher des Kreises Rostock, Michael Fengler.

Etwa 1,6 Millionen nimmt der Kreis mit der Fahrzeugzulassung jährlich ein. Fast 135 000 Wagen haben sich 2015 dabei für die lokaleren Kennzeichen von beispielsweise Güstrow („GÜ“), Bad Doberan („DBR“) oder Teterow („TET“) entschieden. Dem gegenüber standen 40 659 Fahrzeuge mit dem Großkreis-Nummernschild „LRO“. Kreativ sind die Autofahrer auch hier: Neben „ROS-A“ oder „ROS-EN“ vom Altkreis Rostocker Land fährt hier auch „GÜ-TE“ auf den Straßen. Ähnlich sieht es auch im Kreis Mecklenburgische Seenplatte aus.

„Den größten Wiedererkennungswert hat das Kürzel “MÜR„ für den ehemaligen Müritzkreis“, sagte Kreissprecherin Haidrun Pergande. Mehr als 48  000 Wagen sind mit dieser Abkürzung gemeldet, mit „MSE“ für den Großkreis sind es derzeit nur rund 12  000 Fahrzeuge. Ausgefallene Wortspielereien lassen sich aber mit dem sperrigen Kürzel trotzdem anstellen: So sind 39 Autos mit „MSE-X“ oder vereinzelt zu „MSE-XY“ erweitert zugelassen. Auch das Kürzel des Altkreises Altentreptow beflügelt die Kreativität. „AT-OM“ ist beispielsweise 33 Mal vergeben.

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erstellt am 28.Nov.2016 | 06:25 Uhr

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