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Mecklenburg-Vorpommern

06. Dezember 2016 | 17:00 Uhr

Flexi-Rente : Keine Rentenabzüge für Ehrenamtler

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

MV startet Initiative im Bundesrat zugunsten engagierter Freiwilliger. Am Freitag Abstimmung über Flexi-Rente

Wer als Rentner für ein Ehrenamt eine Aufwandsentschädigung bekommt, soll künftig nicht mehr mit Abzügen bei der Rente bestraft werden. Dafür will Mecklenburg-Vorpommernheute einen Antrag in den Bundesrat einbringen. „Wir wollen, dass Aufwandsentschädigungen für Ehrenamtliche bei vorgezogenen Altersrenten und bei Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit nicht mehr als Hinzuverdienst gewertet und auf die Rente angerechnet werden“, erklärte Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) gegenüber unserer Redaktion. Nach Angaben der Staatskanzlei ist im Nordosten jeder dritte Bürger in einem Ehrenamt tätig.

„Das Ehrenamt ist wichtig für den sozialen Zusammenhalt in unserer Gesellschaft. Da sollte eine Aufwandsentschädigung nicht nachteilig bei der Rente sein“, begründete der Ministerpräsident den Antrag. „Da wollen wir die Bundesregierung bitten, zu einer Lösung zu kommen.“

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Ebenfalls heute will der Bundesrat über die sogenannte Flexi-Rente abstimmen. Das Gesetz, das bereits vom Bundestag verabschiedet wurde, soll Arbeitnehmern helfen, den Übergang vom Erwerbsleben in die Rente selbstbestimmter zu gestalten. Bei Erreichen des Rentenalters haben sie die Wahl: Entweder sie schieben den Rentenbeginn auf und erhalten damit dauerhafte Rentenzuschläge oder sie stellen einen Rentenantrag und arbeiten als Rentner weiter. Mecklenburg-Vorpommern wird dem Gesetz zustimmen, hieß es aus der Staatskanzlei. „Wer gesund ist und länger arbeiten möchte, der sollte das auch können. Mit den Regelungen zur Flexi-Rente wird das erleichtert“, sagte Sellering.

Der Regierungschef erneuerte gestern seine Forderung nach einer Rentenangleichung zwischen Ost und West. Es gehe dabei nicht nur um eine finanzielle Gleichbehandlung, sondern auch um die Anerkennung von Lebensleistungen und um Augenhöhe zwischen Ost und West.

Gestern Abend berieten die Spitzen der Großen Koalition über die Rentenpläne. Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) hat offenbar ihr Konzept zur Angleichung der Ostrenten überarbeitet. Die Rentenangleichung solle nun langsamer als bisher geplant umgesetzt werden. Nun sind fünf Stufen statt zwei im Gespräch, hieß es aus der Koalition. Der Präsident der Rentenversicherung, Axel Reimann, forderte eine Finanzierung der Angleichung der Renten aus Steuern.

Mit einer „Solidarrente“ will Nahles zudem Geringverdiener, die lange in die Rentenkasse eingezahlt haben, vor Armut im Alter bewahren.

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erstellt am 24.Nov.2016 | 20:45 Uhr

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