zur Navigation springen

Mecklenburg-Vorpommern

26. August 2016 | 20:36 Uhr

Hochschulen MV : Keine Lust auf den Master in MV

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Jeder dritte Master-Platz im Land ist aktuell unbesetzt

Trotz guter Betreuungsverhältnisse scheint die Attraktivität des Studienstandortes Mecklenburg-Vorpommern zu schwinden. So blieben im Wintersemester 2015/16 an den beiden Universitäten des Landes fast 29 Prozent der angebotenen Masterplätze in zulassungsbeschränkten Studiengängen zu Beginn des Studiums unbesetzt. Wie aus der Antwort des Bildungsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Landtagsfraktion weiter hervorgeht, nahm damit die Zahl der offen gebliebenen Studienplätze zu.

In Rostock wurden demnach zwar fast alle Masterstudiengänge im Bereich Biologie besetzt. Dafür blieben die Angebote für Soziologen und Bevölkerungswissenschaftler zur Hälfte ungenutzt. In Greifswald fanden sich zu wenige Studienanfänger etwa für den Master in Biochemie sowie Human- oder Molekularbiologie. Auch bei Bachelorstudiengängen zeigten sich teilweise gravierende Lücken, etwa bei den Umweltwissenschaften in Greifswald oder in der Germanistik in Rostock. Die Hochschulen in Neubrandenburg und Stralsund hatten den Angaben zufolge weniger Probleme Studienanfänger oder Masterstudenten zu finden. Dort blieb laut Ministerium in zulassungsbeschränkten Studiengängen nur etwa jeder achte Platz unbesetzt. Der Grünen-Landtagsabgeordnete Johannes Saalfeld bezeichnete es als eine „Schande“, dass die wegen der gemeinhin großen Nachfrage mit Zulassungsbeschränkungen versehenen Studienplätze nicht genutzt wurden.

Er forderte das Bildungsministerium auf, gemeinsam mit den Hochschulen eine Strategie zu entwickeln, „mit der die hohen Bewerberzahlen am Anfang in voll besetzte Studiengänge am Ende überführt werden können“. Das Problem sei seit Jahren bekannt. „Aber auch in den aktuellen Zielvereinbarungen zwischen Ministerium und Hochschulen ist kein systematisches Vorgehen zu erkennen“, sagt Saalfeld.

Seinen Angaben zufolge ist in keinem anderen Bundesland der Anteil unbesetzter zulassungsbeschränkter Studienplätze so hoch wie in Mecklenburg-Vorpommern. Das Land wirbt seit Jahren mit dem Slogan „Studieren mit Meerwert“ für ein Studium. Nach Expertenmeinung wird die heutige Studierendengeneration damit nicht mehr erreicht. Freizeitaspekte seien für die Wahl des Studienortes nicht mehr entscheidend, hieß es bei einer Fachtagung Ende 2015 in Schwerin.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen