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Mecklenburg-Vorpommern

28. Mai 2016 | 13:46 Uhr

Vogelgrippe : Keine Entwarnung für Bauern

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Suche nach Ursache dauert an - Keine schnellen Ergebnisse zu erwarten - Geflügelpest bleibt gefährlich

Nach dem Ausbruch der Geflügelpest in dem Putenmastbetrieb Heinrichswalde (Vorpommern-Greifswald) suchen die Veterinärbehörden mit Hochdruck nach der Quelle der gefährlichen H5N8-Viren. Gestern habe die Auswertung von Proben begonnen, sagte die Sprecherin des bundesweit zuständigen Friedrich-Loeffler-Institutes, Elke Reinking, auf der Insel Riems. Bislang war der Erreger nur aus Asien bekannt. In Südkorea zirkuliert er zwischen Wildvogelpopulation und Nutzgeflügel. Dort wurden seit Jahresbeginn rund zwölf Millionen Tiere vorsorglich gekeult.

Ein Übertragung des Erregers durch Wildvögel erscheint den Riemser Forschern derzeit nicht schlüssig. Aktuell habe es keine Vogelzüge zwischen Südkorea und Deutschland gegeben, sagte Reinking. Zudem spreche dagegen, dass keinerlei Nachweise des Erregers zwischen Asien und Mitteleuropa dokumentiert seien. „Dagegen haben wir damals bei dem H5N1-Erreger gesehen, wie er von Asien nach Europa gewandert ist.“

In Vorpommern werden Kotproben und Federn von Wildvögeln auf Erregerspuren getestet. Zudem werden Befragungen von Menschen ausgewertet und Transportwege überprüft sowie Betriebe, die Kontakt zur Anlage in Heinrichswalde hatten. Im Sperrbezirk um Heinrichswalde mussten 1000 Hühner, Enten und Gänse von Privathaltern getötet werden, sagte Kreis-Amtstierarzt Holger Vogel. Die Tiere wurden abgeholt, zentral mit Gas getötet und auf Virenbefall untersucht. Das sei nicht einfach für die Halter. „Keiner meiner Mitarbeiter macht das gern“, sagte Vogel. Aber: „Wenn wir jetzt den Schneeball nicht aufhalten, kann es eine Lawine werden, die das ganze Land überrollt.“ Entwarnung für umliegende Geflügelbetriebe kann noch längere Zeit nicht gegeben werden. Die Inkubationszeit beträgt sieben bis 10 Tage. In einem Betrieb mit 115 000 Legehennen in vier Kilometer Entfernung wurden Proben genommen, Ergebnisse werden frühestens am Wochenende erwartet. Rund 100 000 Masthähnchen stehen nahe Voigtsdorf im benachbarten Kreis Mecklenburgische Seenplatte. Das Landes-Agrarministerium mahnte Geflügelhalter überall, vor allem in der Nähe von Sammel- und Rastgewässern von Wildvögeln, zu erhöhter Wachsamkeit.

Parallel läuft die Bekämpfung von Ratten und Mäusen. So wurden in Heinrichswalde Köder ausgelegt, um die Tiere untersuchen zu können und die Viren-Übertragung zu erforschen und die Weiterverbreitung durch Nagetiere zu vermeiden.

Gefahren für den Verbraucher sehen die Behörden noch nicht. Kein Tier aus dem erkrankten Bestand sei in die Nahrungskette gelangt. Der Tierschutzbund macht aber die industrielle Tierhaltung für den Ausbruch der Seuche und die Massentötung verantwortlich. Tiere hätten in großen geschlossenen Ställen ein geschwächtes Immunsystem – beste Bedingungen für die schnelle Ausbreitung des Virus.

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erstellt am 07.Nov.2014 | 20:15 Uhr

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