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Mecklenburg-Vorpommern

30. September 2016 | 13:45 Uhr

Insolvenz : Kaum Chancen für German Pellets-Anleger

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Gläubiger können sich ab sofort elektronisch registrieren lassen. Zukunft des insolventen Holzverarbeiters ist offen

Anleger beim insolventen Holzverarbeiter German Pellets in Wismar können sich elektronisch als Gläubiger registrieren lassen. Wie ein Sprecher der vorläufigen Insolvenzverwalterin Bettina Schmudde sagte, ist dazu eine Internet-Seite eingerichtet worden.

Die Seite www.german-pellets.insolvenz-solution.de informiere über aktuelle Entwicklungen im Unternehmen und biete in Kürze auch die Möglichkeit zur kostenlosen Registrierung. Ihre konkreten Forderungen könnten die Inhaber von Anleihen, Genussscheinen und Genussrechten aber erst nach Eröffnung des jeweiligen Insolvenzverfahrens geltend machen. Wann es soweit ist, könne derzeit noch nicht gesagt werden, da die Bestandsaufnahme in dem weit verzweigten Geflecht von weltweit knapp 30 Firmen andauere, sagte der Sprecher.

 

Schmudde hatte in Aussicht gestellt, die Verfahrenseröffnung für Anfang April zu beantragen. Das wäre für einen Teil der Beschäftigten wichtig, da ihr Insolvenzausfallgeld nach Gewerkschaftsangaben nur bis März gezahlt wird. Die German Pellets-Gruppe, die nach eigenen Angaben weltweit größter Produzent und Händler von Holzschnitzeln zum Heizen war, hatte ihre jahrelange Expansion maßgeblich mit Anleihen finanziert und steht bei Anlegern mit mehr als 220 Millionen Euro in der Schuld. Zunächst war von 12    000 Betroffenen die Rede, die hochverzinste Anleihen und Rechte erworben hatten. „Es könnten aber auch deutlich mehr sein“, so Schmuddes. Nach Einschätzung des Anwalts und Restrukturierungsexperten Andreas Ziegenhagen bestehen für die Anleger nur geringe Aussichten, ihr Geld zurückzubekommen. „Die Anleihen standen wegen der negativen Kursentwicklung schon seit Längerem auf der Watchlist. Im Urteil des Marktes galt eine Rückführung der Mittel an die Geldgeber als zweifelhaft“, sagte der Leiter der deutschen Niederlassungen der weltweit tätigen Kanzlei Dentons.

Zum 1. April wird eine Anleihe mit einem Volumen von 52,4 Millionen Euro fällig. Bei der Staatsanwaltschaft in Rostock gingen erste Anzeigen wegen Betruges von Privatanlegern ein.

>> Hier geht es zum Informationsportal zur Insolvenz von German Pellets

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von
erstellt am 28.Feb.2016 | 20:00 Uhr

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