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Mecklenburg-Vorpommern

25. August 2016 | 03:02 Uhr

Ministerium sucht nach Lösungen : Justiz in MV drohen leere Richterbänke

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zu wenig Jurastudenten und Referendare

In Mecklenburg-Vorpommern werden zu wenig Jurastudenten und Referendare für künftige Aufgaben als Richter oder Staatsanwälte ausgebildet. Im Schweriner Justizministerium fürchtet man deshalb, dass es spätestens nach 2021 zu personellen Engpässen in den Gerichten und Staatsanwaltschaften kommen könnte und plant derzeit eine Werbekampagne. „Eine effektive Nachwuchsgewinnung ist dringend angezeigt“, sagte Justizministerin Uta-Maria Kuder. Ziel müsse es sein, den Rückgang bei den Studenten und Referendaren zu stoppen oder besser sogar umzudrehen.

Belegten im Jahr 2004 noch 770 Studenten in Mecklenburg-Vorpommern das Fach Rechtswissenschaften mit dem Abschluss Staatsexamen, so waren es in den Jahren 2013 bis 2015 mit 340 bis 380 Studierenden nicht einmal mehr die Hälfte. Ebenso rückläufig ist die Zahl derjenigen, die im Land ihr Studium mit der Ersten Juristischen Prüfung beenden. Während im Jahr 2011 noch 140 Prüflinge bestanden, waren es im Jahr 2015 nur noch 98. Im Vorbereitungsdienst ist das Bild ähnlich: Wurden 2011 noch 64 Referendare eingestellt, begannen im Dezember 2015 lediglich 17 Referendare ihren Dienst.

Aus Sicht der Opposition sind die Probleme hausgemacht. „Es war eine Fehlentscheidung, die Ausbildung zum Volljuristen an der Universität Rostock im Jahr 2008 einzustellen“, sagte Johannes Saalfeld, hochschulpolitischer Sprecher der Grünenfraktion im Schweriner Landtag. Damit würden die Ausbildungskapazitäten im Land halbiert. Ein Jurastudium mit Staatsexamen ist derzeit nur noch an der Universität Greifswald möglich.

„Studium und juristischer Vorbereitungsdienst müssen attraktiver gemacht werden“, forderte die rechtspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Barbara Borchardt. Referendare bekommen monatlich 950 Euro. Das ist bundesweit die geringste Beihilfe. „Eine bessere Vergütung ist angezeigt“, meinte Borchardt.

Im Justizministerium sind einige Maßnahmen geplant. So soll die Ausbildung im Referendariat mit einer eigenen Lernplattform im Internet verbessert und damit attraktiver werden. Eine Werbekampagne will bei Interessenten mit der individuellen Betreuung der Referendare punkten.

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erstellt am 09.Feb.2016 | 06:30 Uhr

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