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Mecklenburg-Vorpommern

10. Dezember 2016 | 08:01 Uhr

Küstenschutz : Jedes Jahr 20 Millionen Euro

vom
Aus der Onlineredaktion

Küstenschutz wird in Warnemünde, Prerow und auf Nord-Usedom ausgebaut

Nach der ersten Sturmflut in der vergangenen Woche zog Umweltminister Till Backhaus (SPD) gestern eine positive Bilanz. „Der Küstenschutz hat sich bewährt, es bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für Leib und Leben“, sagte der Minister. Allerdings habe es sich um eine leichte Sturmflut der untersten Kategorie 1 gehandelt. Auch mussten keine Sofortmaßnahmen eingeleitet werden, etwa um zerstörte Schutzanlagen zu reparieren.

Seit 1991 hat das Land mehr als 400 Millionen Euro in den Küstenschutz investiert. Etwa 20 Prozent der Gelder wurden für die Aufspülung von etwa 15 Millionen Kubikmeter Sand eingesetzt. Wichtige Projekte der vergangenen Jahre waren Deiche und Schutzmauern in Boltenhagen, Kühlungsborn, Heiligendamm, Markgrafenheide und Ahrenshoop. Größtes Vorhaben der Vergangenheit war das 27 Millionen Euro teure Sperrwerk in Eldena bei Greifswald. „Das Sperrwerk hat seine erste Bewährungsprobe bestanden“, so Backhaus. Seit 50 Jahren sei der Bau geplant gewesen. Für das Bauwerk wurden 9300 Kubikmeter Stahlbeton
und 1400 Tonnen Stahl für Spundwände benötigt.

Bis 2020 sind weitere Küstenschutzbauten geplant. Dazu gehören Schutzanlagen für Rostock und Warnemünde, für die in den nächsten Jahren 16 Millionen Euro verbaut werden sollen.

Für einen Ringdeich bei Prerow sind weitere 13,8 Millionen Euro vom Land geplant und die Steilufersicherung bei Sassnitz auf Rügen wird voraussichtlich 5,5 Millionen Euro kosten. Nord-Usedom soll für 13 Millionen Euro eingedeicht werden.

Jedes Jahr gibt Mecklenburg-Vorpommern 15 bis 20 Millionen Euro für den Küstenschutz aus. „Ein kontinuierlicher Prozess, der nie zum Stillstand kommen wird“, sagte Backhaus.

Grundlage der Berechnungen ist dabei die größte Sturmflut der vergangenen 200 Jahre von 1872. Jeder Deich, jedes Sperrwerk wird so gebaut, dass es einer solchen Flut standhält. Damals starben an der Ostseeküste bei Wasserständen von drei Metern über normal 271 Menschen. Allein in Greifswald-Wieck, wo heute das Sperrwerk steht, verloren neun Menschen bei der Flut ihr Leben.

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erstellt am 12.Okt.2016 | 08:00 Uhr

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